Ungarn

Wer soll für Ungarn in Kiew singen?

Kallay Saunders Andras

A Dal, einer der engagiertesten und erfolgreichsten Vorentscheide der letzten Jahre, endet am Samstag mit dem Finale. Über mehrere Runden wurden acht Finalisten auserkoren, darunter András Kállay-Saunders mit Band und neuer Frisur (Bild). Wer soll das Ticket für Kiew gewinnen?

Ungarn gehört nach schwachem Start mittlerweile zu den erfolgreicheren Nationen im ESC – zumindest was die Qualifikation für das Finale anbelangt. Mitverantwortlich dafür ist das 2012 gestartete Vorentscheidungskonzept A Dal, das mittlerweile für sich selbst steht, von den nationalen Künstler angenommen wurde und quotentechnisch erfolgreicher als der ESC in Ungarn ist.

Von den zu Beginn 30 Teilnehmern sind nach Vorrunden und Semifinals noch 8 hoffnungsvolle Bewerber für Ungarns ESC-Ticket übrig. Wir berichten in einem Liveblog über die Show. Zur Wahl stehen diese Interpreten und Songs (fünf in Landessprache):

1. Gigi Radics: See It Through

Die 20-Jährige ist fast schon A-Dal-Stammgast. Es ist nach 2013 (dritter Platz im Finale) und 2014 (Ausscheiden im Halbfinale) ihr dritter Versuch, für Ungarn zum ESC zu kommen. Gigi gewann 2012 die TV-Castingshow „Megasztár“ in ihrer Heimat.

YouTube Preview ImageGigi Radics – See It Through

 

2. Joci Pápai: Origo

Joci heißt eigentlich József Pápai und gehört zur Roma-Minderheit Ungarns. Auch Joci versuchte es bei „Megasztár“ (schon 2005), war aber deutlich weniger erfolgreich als Gigi. Er machte danach trotzdem weiter Musik und hatte Jahre später auch Erfolge in Ungarn. „Origo“ auf Ungarisch mit ungewöhnlichen Folklore-Elementen hat er selbst geschrieben.

YouTube Preview ImageJoci Pápai – Origo 

 

3. Gina Kanizsa: Fall Like Rain

Georgina, kurz Gina, ist 28 Jahre alt und A-Dal-Debütantin. Sie macht in Ungarn hauptsächlich Jazzmusik und hat sich Sängerin verschiedener Combos (Calm Spirit, Silence Fiction, Jazzation) bereits einen Namen gemacht. 2016 war ihr Album „Twisted“ sogar für einen American Music Award nominiert. Jetzt also A Dal.

YouTube Preview ImageGina Kanizsa – Fall Like Rain

 

4. Soulwave: Kalandor („Abenteurer“)

Soulwave ist eine Indie-Folk-Band aus dem äußersten Westen Ungarns, fast an der Grenze zu Österreich. Die fünf Jungs machen seit zehn Jahren Musik, spielten auf vielen Festivals (auch außerhalb Ungarns), aber lange stellte sich der Erfolg nicht ein. Erst ab 2015, und dem Wechsel von englischen zu ungarischen Texten, kamen Singles in die Charts. „Kalandor“, ihr A-Dal-Beitrag, ist schon ein Hit in Ungarn.

YouTube Preview ImageSoulwave – Kalandor

 

5. Gabi Tóth & Freddie Shuman feat. Begi Lofti: Hosszú idők („Lange Zeit“)

Gabriella Tóth ist auch eine alte Bekannte. Sie entstammt auch aus dem „Megasztár“-Casting (2004), wo sie Dritte wurde. Inzwischen ist sie selbst Mentor, bei „X Faktor“ in Ungarn. 2012 wurde sie bei A Dal Fünfte. Ihre Schwester Vera versuchte es 2015, jetzt ist Gabi wieder an der Reihe. Freddie Shuman (eigentlich Tibor Attila Molnár) und Begi Lofti (Mitglied von Compact Disco, ESC 2012) unterstützen die 29-Jährige. Wobei beim Auftritt selbst eigentlich nur Gabi singt…

YouTube Preview ImageGabi Tóth & Freddie Shuman feat. Begi Lotfi – Hosszú idők

 

6. Leander Kills: Élet („Leben“)

Leander Kills macht Hardrock/Metal, und sie ist die Nachfolgeband von Leander Rising – und die war Anfang 2015 noch bei A Dal dabei („Lőjetek fel“), schied aber schon in der Vorrunde aus. Auch Leander Kills singt hier auf Ungarisch, „Élet“ ist eine Rockballade. Benannt sind beide Bands übrigens nach dem Vornamen des Frontmanns, Leander Köteles, der auch „Élet“ geschrieben hat.

YouTube Preview ImageLeander Kills – Élet

 

7. Zävodi + Olivér Berkes: #háttérzaj (#Hintergrund)

Ein Liedtitel mit Hashtag – ganz modern, was Zävodi und Olivér Berkes da machen. Letzterer (24 Jahre alt, in Nürnberg geboren und mit der Familie nach Ungarn gezogen, als er fünf war) stand schon 2016 im A-Dal-Finale – auch da als Teil eines Duos. Jetzt macht er mit Zävodi (eigentlich Marcel Závodi, 17 Jahre alt und ein A-Dal-Debütant) gemeinsame Sache.

YouTube Preview ImageZävodi + Olivér Berkes – #háttérzaj

 

8. Kállay Saunders Band: Seventeen

András Kállay-Saunders braucht man hier nicht mehr vorzustellen, glaube ich. 2012 versuchte er es erstmals bei A Dal, 2014 gewann er mit „Running“ und wurde beim ESC für Ungarn Fünfter. Der US-Ungar (Vater Amerikaner, Mutter Ungarin) war danach mit seiner Band auch bei A Dal 2016, wurde aber im Finale nur Dritter. „Who We Are“ gefällt mir aber besser als „Seventeen“, mit dem die Band diesmal antritt.

YouTube Preview ImageKállay Saunders Band – Seventeen

 

Ein kurzer Blick noch darauf, wie die acht Songs in den Semifinals abgeschnitten haben: Im ersten Semifinale waren „Origo“ und „Fall Like Rain“ punktgleich vorn, „Kalandor“ kam erst in der zweite Abstimmungsrunde übers Televoting weiter (in Runde 1 stimmten Jury und Televoting ab, und dann qualifizierten sich die ersten drei schon fürs Finale). Im zweiten Semi war „Hosszú idők“ der Favorit der ersten Abstimmungsrunde, „Seventeen“ kam über die zweite Runde weiter.

Auch das Finale besteht aus zwei Runden: In Runde 1 wählen allein (!) die vier Juroren Károly Frenreisz (Rocksänger), Caramel (R’n’B-Sänger), Zséda (Sängerin) und Miklós Both (Gitarrist, Sänger) aus den acht Liedern die vier besten aus, aus denen dann in Runde 2 die TV-Zuschauer den Sieger küren. Bleiben die Juroren bei ihrer Einschätzung aus den Vorrunden, sollten Gina Kanizsa (viermal Höchstwertung im Halbfinale) sowie Zävodi & Olivér Berkes und Joci Pápai (je zweimal Höchstwertung, zweimal zweithöchste) die besten Chancen haben.

 

Wer soll Ungarn beim ESC 2017 in Kiew vertreten?

  • Joci Pápai (24%, 34 Stimmen)
  • Gabi Tóth & Freddie Shuman feat. Begi Lotfi (22%, 32 Stimmen)
  • Kallay Saunders Band (16%, 23 Stimmen)
  • Soulwave (15%, 21 Stimmen)
  • Gina Kanizsa (7%, 10 Stimmen)
  • Gigi Radics (6%, 8 Stimmen)
  • Leander Kills (6%, 8 Stimmen)
  • Zävodi + Olivér Berkes (4%, 7 Stimmen)

Wähler gesamt: 143

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