> Jannes
Vince Bahrdt im St. Pauli Theater
Wie großartig war das denn bitte? Vince Bahrdt, die Piano-Hälfte von Orange Blue, hat sich seiner dunklen Seite hingegeben und 15 “Mordballaden” (www.mordballaden.de) aufgenommen, die er gestern zum zweiten Mal im St. Pauli Theater präsentiert hat.
15 Lieder über Habsucht, Gier, Neid, falsche Liebe – alles Themen, die eigentlich nicht zu diesen schönen Frühlingstagen passen wollen, Bahrdt ist aber so charismatisch als Sänger und intensiv bei seinen Liedern, dass das Konzert an sich zum Erlebnis wird.
Zusammen mit 17 Musikern (10 Streichern!) hat er gestern in den wunderschönen Räumlichkeiten des St. Pauli Theaters geflucht, verwünscht, gehasst und im Kleinen gemordet – und zwischendurch Anekdoten erzählt, sein neues Video (und als 1. von drei Zugaben das “Making-Of”) zu “Habsucht” gezeigt (in dem Karsten Spengemann herrlich (selbst-) ironisch sich selbst (?) spielt) und von der Produktion erzählt, die ihn immerhin mit so interessanten Menschen wie Udo Lindenberg und Siegfried Lenz zusammengebracht hat.
Mehr als großartig war neben dem Pianisten Boris Netsvetaev auch Vince Bahrdts Co-Sängerin Birgid Jansen, super Stimme und super Performance!
Ein mörderisch lustiger und lustigerweise mörderischer Abend – wir wollen Vince wieder auf der Bühne sehen!





Michi
03.11.2009 | 09:52
Ich war auch bei dem Konzert, übrigens auch beim ersten davor, und ich bin echt beeindruckt gewesen. Endlich mal Musik, die weit über das tagtägliche Dumpfpopgedöns hinausragt und uns Hoffnung macht, daß auch wirkliche Musiker hierzulande noch eine Chance haben.
Ich hoffe, daß Vince bald sein Folgewerk veröffentlicht (daß er, ganz nebenbei, schon seit einem Jahr ankündigt – wieso dauert das so lange?) und auch mit Orange Blue schnell weitermacht.
Jedenfalls: die Mordballaden im St.Pauli Theater waren das intensivste und wirklich schönste Live-Erlebnis, das ich bisher erleben durfte.