Gastro-Szene
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Wie nennt man eigentlich einen Gin and Tonic mit Gurke?
Ganz einfach, Gin and Tonic mit Gurke. Denn ein Gin and Tonic bleibt ein Gin and Tonic, solange Gin (aromatisierter Klarer Schnaps) und Tonic ( chininhaltige Bitterlimonade) drin sind. Womit man nebst Eiswürfeln seinen Drink verfeinern möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Ebenso könnte man diesen Evergreen unter den Longdrinks mit einer hauchdünnen Scheibe einer Limone, Zitrone oder einem Stück Orangenschale garnieren, oder gar nicht. Wer Gin liebt, nimmt ihn ohne Garnitur und vorzugsweise sogar ohne Tonic und Eis. Denn jeder Gin hat wie die meisten Spirituosen seine Eigenheiten, die es zu entdecken gilt. Ein ganz großer Fehler ist meiner Ansicht nach, den guten und teueren Hendrick`s Gin von vorne herein mit Tonic, Eis, Gurke und neuerdings Pfeffer zu vergewaltigen, ohne ihn einmal pur gewürdigt zu haben. Aber wie gesagt, kann ein jeder mit seinem Drink machen, was er will.
Die Salatgurke fand den Weg in unsere Getränke nicht wegen ihres Aromas, sondern aufgrund ihrer simplen Eigenschaft, Temperatur lange speichern zu können. Nachdem englische Auswanderer in ihren neuen Kolonien, in denen ein weit wärmeres Klima herrschte, als zuhause auf der nebligen Insel, nicht ganz auf ihre Gepflogenheiten verzichten wollten, dienten Stücke der Gurke aus Ermangelung an Eis, ob in Scheiben, Würfeln oder Streifen, dazu, die Drinks der feinen Leute einigermaßen kühl zu halten. Den eigenwilligen Geschmack, den die Gurke dabei an das Getränk abgab, empfand man damals aber eher als unangenehm, ganz im Gegensatz zu heute.
Aus jener Zeit und Gegend ist uns allerdings der Pimm`s No1 Cup überliefert, ein Drink für den Sommer. Pimm`s No1, ein sehr würziger Gin mit geheimer Rezeptur, Ginger Beer (ersatzweise Ginger Ale) , Zitrusfrüchten und natürlich einem Streifen Gurkenschale der ihm die herbfruchtige Note verleiht, sind die Zutaten für diesen außergewöhnlichen Longdrink, der wie der Name verrät, in einem Cup – einem Glas oder Becher mit Henkel – gereicht wird.