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Fußball in München – himmelhoch jauchzend und unterirdisch jämmerlich

1860_logo.jpgUnd wieder ist eine Bundesliga-Saison zu Ende gegangen. Das Fazit der Münchner Fußballfreunde fällt zweischneidig aus, je nachdem ob sie mit dem auf der abonnierten Erfolgswelle schwimmenden FC Bayern mitfiebern oder ob sie zur bedauernswerten Spezies der latent masochistisch veranlagten Sechziger-Anhänger gehören. Während die einen vergangenen Samstag am Marienplatz Olli, Ottmar und Konsorten hochleben lassen konnten, zuckten die anderen beim Ausgleichstreffer ihres Rückrunden-Schlusslichts gegen Absteiger Aue in der letzten Spielminute nur noch gleichgültig mit den Schultern. Ich zähle übrigens zu den Schulterzuckern …

Das Chaos der letzten Tage in der Führungsetage des Löwenkäfigs passt wie das Sahnehäubchen auf eine weitere Saison zum Abhaken. Wie dieser Verein mit seinen eigentlich guten Voraussetzungen (erstklassiger Zuschauerschnitt, tolles Stadion, gute Jugendarbeit und ein Trainer mit dem richtigen Konzept) umspringt, ist beschämend und zugleich ein Ritt auf des Messers Schneide. Rechnet man nämlich mal den alljährlich wiederkehrenden “Rückrunden-Fluch” mit ein, dürfte die Mannschaft in der Vorrunde der nächsten Saison keinesfalls weniger als 25 Punkte holen, sonst wird die neugegründete 3. Liga zur neuen Heimat und die Allianz-Arena zur alten Heimat der Sechziger. Der Abgrund ist also näher als mancher denkt.

Aber kann denn die Rettung vor dem Abgrund, sprich der Klassenerhalt, überhaupt das zwar nie offiziell postulierte, aber leider in den letzten Jahren reelle Ziel des TSV München von 1860 e.V. sein? Ich finde nein. Der Club muss sich höhere Ziele setzen und diese auch konsequent ohne enervierende Grabenkämpfe verfolgen. Wenn die hoffnungsvollen Nachwuchstalente in der neuen Saison noch einen Leistungssprung machen, die Leitwölfe in der Mannschaft ihre angedachte Funktion zuverlässig erfüllen und das Verletzungspech nachlässt, sieht es eigentlich gar nicht so schlecht aus. Dann lasse ich mich unter Umständen sogar mal wieder zu einem Stadionbesuch überreden.

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