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Gastro-Szene

> Alexander Otto


Zwei sind nicht zu bremsen

Das Gostenhofer Gastro-Buddy-Movie erklimmt neue Höhen in Sachen Publikumsandrang und Essensqualität. Das Palais Schaumburg und das Willich sind die Trutzburgen Nürnberger Subkultur und seit Jahren beliebte Plätze für ein gepflegtes Landbier und vor allem für gutes, einfallsreiches Essen. Die festgestellten Veränderungen jedoch kommen beiden Restaurants nicht gleichermaßen zu Gute.

Das Palais Schaumburg ist ein Phänomen. Seit ich hier lebe bin ich häufig Gast gewesen in diesem wunderbaren Begegnungsort. Und jedes Mal war die Gaststätte mindestens gut gefüllt. In letzter Zeit allerdings ist diese Marke permanent weit übertroffen worden. Ob mittags oder abends: Zur Zeit bekommt der vorfreudige Stammgast keinen Platz. Die Freude für die Besitzer ist ehrlich gemeint, die Enttäuschung angesichts der nachlassenden Leistung der Küche allerdings auch. Als ich nun doch endlich einen Tisch ergattert hatte, musste ich erstaunt feststellen, dass das sonst so überlegen agierende Personal massiv ins Schwimmen geriet. Und weil Solidarität in diesem Hause groß geschrieben wird, schwamm der Koch gleich mit. Sein Lauch-Pilz-Ragout mit böhmischem Kloß war mäßig, sahnelastig, uninspiriert und ohne die gewohnte stille Grandezza des Palais. Es scheint, die Kapazitäten erreichen ihre Grenzen. Eine wichtige Erfahrung, wenn man daraus seine Schlüsse zieht.

Ähnlich steil bergauf geht es im Willich, nur eine Altbau-Ecke entfernt. Nur bezieht sich der Aufstieg dort rein auf die Qualität der angebotenen Speisen. Stefan und sein Team gelingt Verblüffendes: Sie kombinieren Asiatisches mit internationalen Gerichten auf der Tageskarte wild durcheinander und sorgen damit nicht nur für Abwechslung in der Menü-Gestaltung, sondern auch für freudige Abwechslung an meinem Gaumen. Die Penne mit Hühnerleberragout waren ohne Zweifel grandios. Ein feines Pastagericht im Stile der italienischen Hausmannskost, behutsam zubereitet und von Frische der Zutaten geprägt. Ein echter Gewinner diese Pasta mit Lebergeschmack. Wer großen Appetit verspürt, sollte vorher unbedingt eine Tom Kha Gai essen. Der Koch muss ein mediterranes und ein asiatisches Händchen haben: Beides gelingt seit geraumer Zeit außerordentlich gut. Und dass man sich dabei zudem wohl fühlt wie in einem Wohnzimmer, ist dem einzigartigen Charme dieser Gostenhofer Institution geschuldet.

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