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Taubertal III – Greater Britain

The RiflesDer Freitag stand ganz im Zeichen des Union Jack. Zwei Bands, von denen man das bis vor kurzem nicht unbedingt erwarten konnte, waren die Hauptattraktionen der Hauptbühne: The Rifles und Maximo Park. Man musste sich schon fragen, ob es diesen Bands gelingen würde, einen Festivaltag gebührend zu beenden. Maximo Park waren vor zwei Jahren noch nicht mehr als ein Insider-Tipp und die Rifles haben überhaupt erst ihr zweites Album herausgebracht. Es hat hervorragend funktioniert, auch wenn nach diesem Abend eine Sache für immer anders sein sollte. Dem Londoner Quartett The Rifles um Sänger Joel Stoker The Rifles – Sänger Paul Stokerwar die Nervosität schon ein wenig anzusehen. Zumindest sahen die tief ins Gesicht gezogenen Hüte und hochgeschlagenen Schals der Jungs ganz danach aus. Nach den guten Poopzkids und den großen Soundtracks füllte sich die Fläche vor der Bühne allmählich mit dem Abendpublikum. Das will bekanntlich mehr Feiern als Zuhören und die Rifles haben ihnen gegeben, was sie wollten. Zu den an The Clash und der Coolness der 90er-Britpop-Bands erinnernden Songs, bildete sich ein ertser Moshpit. Die Leute hatten Spaß, die Band spielte super. Vor allem die knackigen Zweieinhalbminüter des Debütalbums funktionierten in der Abendmilde sehr gut. Als dann mit “The Great Escape” der großartige Titelsong des neuen Albums ertönte, war ich überzeugt: The Rifles waren genau dort richtig platziert, wo sie waren.

Bei Maximo Park dann im Prinzip das gleiche Bild nur mit noch mehr Menschen. Obwohl das Festival am Freitag noch nicht ganz gefüllt war, wurde einem beim Aufblitzen der Strobos klar, warum das Taubertal mittlerweile zu den großen Events seiner Zunft zählt. Das müssen sich auch Maximo Park gedacht haben, denn das Quintett aus Newcastle, vor allem Sänger Paul SmithMaximo Park – Sänger Paul Smith, legte los als gäbe es kein Morgern mehr. Smith stieß Faust- und Fußschläge in die Luft, rang mit dem Mikroständer und sah zudem blitzsauber in seinem hellblauen Anzug aus. Die Band hat Präsenz, keine Frage. Auch wenn der Sound weiter hinten etwas zu leise war, begab sich das erste Drittel der Crowd völlig in die Hände der Band. Maximo Park haben es verstanden, die Hits der ersten beiden Alben mit dem teils sperrigeren, teils ruhigeren Material von “Quicken The Heart” durchzumischen, auch wenn dabei mein Lieblingssong “The Coast is always changing” durchs Raster gefallen ist. Vor allem bei der Single “Questing, nor coasting” ist die musikslische Qualität der Band zu spüren. Die kleinen Bassläufe, die Archis Tiku hie und da wie zufällig einstreut, sind schlicht genial. Sie haben ihre Sache richtig gut gemacht und bewiesen, dass sie als Headliner funktionieren können. Als Paul Smith im Zugabenblock dann schließlich “Acrobat” vom ersten Album sang, legte sich ein sanfter Trauerschleier auf die Gesichter der Fans. Ein Schleier des Abschieds von einer Band, die gerade damit beginnt, in die Superstarliga aufzusteigen.

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