> Miriam Wirsing
Game Contest by Nokia & O2 in Köln
Das zweite Event der O2 World on Tour in Köln fand am gestrigen Dienstag statt: Ein Game Contest mit 15 „Gaming Islands“, auf denen mit Spiele-Konsolen, PCs und den neuen Nokia N-Gage-Handys gezockt werden konnte, bis die Daumen abrachen. Die Anwesenden hatten Glück – der Anstrum war nicht so riesig, und niemand musste lange warten, bis er an die Reihe kam. Auf der Bühne zeigten eSportler wie die Schellhase-Zwillinge ihr Können mit dem Spiel FIFA 09. Die beiden sind mehrfache Weltmeister, studieren aber eigentlich Wirtschaftsinformatik an der Uni Duisburg-Essen. Das fand ich heraus, als ich die beiden Jungs backstage traf, um ihnen ein paar Fragen zu stellen.
Wie seit ihr denn auf die Idee gekommen professionell Computer zu spielen?
„Auf die Idee kommt man nicht, man rutscht da rein. Wir haben 2003 unser Abi gemacht und hatten dann ein bisschen Zeit, bis das Studium losging. Zur Überbrückung haben wir uns bei Online-Tunieren angemeldet und so gemerkt, dass wir recht gut waren. Also haben wir bei immer mehr Events mitgemacht.“
Ist das Zocken für euch mehr Training oder Hobby?
„Das ist unser Nebenjob. Wir finanzieren uns damit, haben aber trotzdem mehr Freizeit, als bei einem normalen Nebenjob.“
Drei Stunden täglich spielen die beiden FIFA 09, außer vor einer Meisterschaft, da sind es dann 4-5 Stunden. Ihre Nicknames „styla“ (Dennis) und „hero“ (Daniel) haben keine spektakuläre Geschichte. „Styla kommt von dem Lied „Freestyler“ der Boomfunk MCs. Das fand ich früher cool, und da man sich im Internet immer Nicknames geben muss, kam ich dann zu styla,“ erzählt Dennis. „Und ich wollte einfach immer ein Held sein“, sagt Daniel und grinst. Da die beiden auch im richtigen Leben sehr gut Fussball spielen, frage ich, ob es eine Verbindung zwischen dem Game und dem echten Fussball gibt. „Die meisten guten Gamer spielen auch in echt ganz gut. Wir hätten früher zu Schalke gehen können, aber dann haben wir uns doch für die Schule entschieden. Ein bisschen hilfreich ist es bestimmt.“ Ihr Freundeskreise besteht hauptsächlich aus „normalen“ Leuten, also keine professionellen Gamer, obwohl doch jeder seine Konsole hat: „Das ist in unserem Alter normal, glaube ich“, sagt Daniel. Zum Schluss wollte ich noch wissen, ob sie ein Idol hätten: „Nö. Man empfindet eine gewisse Sympathie für manche Leute, ich fand immer Thomas Hessler cool. Aber ein richtiges Idol habe ich keines“, sagt Dennis. Und Daniel stimmt zu: „Genau. Ich fand Stefan Kuntz gut, und bin deswegen auch Kaiserslautern-Fan, aber er ist trotzdem kein Vorbild.“
Ich begebe mich zurück in die Halle, denn nun tritt „Dance Star 2007“ Dennis mit vier Mädels aus seiner Tanzschule auf. Die haben einen Tanz zu dem Nokia-Game „Dance Fabulous“ gemacht. Das will ich sehen! Sieht auch gut aus, ist aber nach höchstens zwei Minuten schon vorbei. Egal. Direkt im Anschluss haben die Cheerleader der Düsseldorfer-Giants-Basketballmanschaft ihren Auftritt. Unglaublich. Die Mädels schaffen es in ihren knappen Outfits, dass tatsächlich jeder Zocker auf seiner Island mal einen Blick auf die Bühne wirft.
Nach der Show erzählt mir Choreograf Dennis noch, dass er privat am liebsten zu Sachen mit einem rockigen “Stich” tanzt. Ausserdem mag er neben seinem Lieblingsspiel „Dance Fabulous“ noch Adventure Spiele für unterwegs. Und mit wem würde er gerne mal zusammenarbeiten? „Janet Jackson. Ganz klar. Bei vielen Künstlern ist es ja so, das die sich schon bewegen können, aber eigentlich die Tänzer die Show reißen. Aber Janet Jackson kann mit ihren Tänzern locker mithalten!“
Cool. Das war eine entspannte Veranstaltung und ich freue mich riesig auf Horst Schlämmer heute abend!