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Music

> Miriam Wirsing


Thomas D bei der O2 World on Tour in Köln

Star zum AnfassenKnapp 20 Jahre verbringt er im Musikgeschäft – und das merkt man ihm positiv an: Ganz entpannt und locker sitzt der Fantastische Vier-Rapper und Solokünstler Thomas D in seinem Sessel und knabbert Chips. Sein stellenweise angegrauter Bart, ein angenehmes Dauergrinsen und sein leichtes Schwäbisch machen ihn enorm sympathisch. Vor dem Konzert sitzen wir im Backstage-Bereich und Thomas D nimmt sich viel Zeit für meine Fragen:

Stehst du lieber alleine auf der Bühne oder macht es mit den Fantastischen Vier mehr Spaß?
„Alleine ist es sehr viel anstrengender, da ich alles selber machen muss. Mit den Fantas kann ich mich auch mal zurücklehnen und die anderen Jungs rappen lassen. Aber alleine habe ich mehr Freiheiten, kann machen was ich will. Außerdem ist die Euphorie noch größer. Mit den Fantas laufen die alten Tracks ganz automatisch, so oft haben wir die schon gespielt. Thomas D hat noch nicht so viele Auftritte gehabt, es ist also alles noch frischer und eine größere Herausforderung. Was mehr Spaß macht, kann ich aber nicht sagen. Beides ist großartig.“
Wie gehst du vor, wenn du einen neuen Track aufnimmt? Hast du zuerst ein Thema oder einen Text im Kopf, oder erst die Musik?
„Erst die Musik. Mit Texten ist das so, dass ich eigentlich schon alles gesagt habe, was ich sagen wollte. Aber mit der Musik ist das so, dass du plötzlich ein Stück hörst, das dich total inspiriert. Und dann kommt der Text.“
Gibt es etwas, das du unbedingt noch machen willst?
„Ja! Noch eine Fanta-Platte und ich habe schon Ideen für die nächsten zwei Solo-Alben im Kopf: Die übernächste soll ein Album mit nur Balladen und einem Orchester werden. Ich finde das superschön, wenn Rap und Orchestermusik sich treffen. Ich kann mir das schon genau vorstellen, so ein Abend zum Hinsetzen und Zuhören, ganz ruhig und schön. Über das nächste Soloalbum will ich aber noch nicht reden.“
Gibt es einen Künstler, mit dem du gerne zusammenarbeiten möchtest?
„Nein. Früher hatte ich Idole, aber wenn man die Leute dann trifft, merkt man immer, dass es auch nur Menschen sind und das macht die Idole dann ziemlich kaputt. Es gibt zwar immer noch Leute, die ich gut finde, aber mit denen möchte ich nicht zusammenarbeiten, sondern die will ich einfach weiterhin bewundern. Ich mache in Ruhe mein Ding und das ist gut so.“
Was erwartest du heute vom Publikum?
„Dass sie aufnehmen, dass dieses Konzert etwas Besonderes ist. Das ist nämlich das letzte Mal, dass wir in unserer Original-Besetzung auftreten!“

Die Menge jubeltThomas D dürfte voll zufrieden sein: Das Publikum hat so kräftig mitgehüpft, dass man zum ersten Mal merkte, dass die Halle nicht feststeht – die hat tatsächlich gewackelt! Man merkte dem Stuttgarter auch nicht an, dass er keine 20 mehr ist, so eine energiegeladene Show reißt nicht jeder. Das Publikum war vollends begeistert: „Das war ja sowas von geil!“ meinte eine Frau neben mir, und eine Gruppe Jungs empfand den Auftritt als „das abgefahrenste Konzert seit langem!“

Auch ich finde, dass das ein sehr gelungenes Abschiedskonzert war, denn die O2 World on Tour verlässt nach diesem Abend Köln und wird erst im September wieder in Hamburg zu sehen sein.

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