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Staraufgebot zum großen Abschluss der o2 World on Tour

Tim Pommerenke und Roger CiceroHamburg bildete die Endstation der o2 World on Tour. Nach vielen Events kam es nun zur großen Abschlussgala. Moderiert von Loretta Stern, gaben an diesem Abend Oliver Pocher, Power Percussion und schließlich Roger Cicero packende Vorstellungen ihres Könnens, jeder dabei auf seine ganz eigene Weise.More...

Oliver PocherDen Anfang machte Oliver Pocher. Alle wussten, was sie zu erwarten hatten, da der Hannoveraner ja schließlich ein neues Programm hat. Doch es kam anders. Oli fing locker an zu plaudern, nahm Notiz von Queensberry in der ersten Reihe und nutze diese Entdeckung für einige verbale Attacken. Dieser Mann ist kein Diplomat, so viel stellte er mal wieder unter Beweis. Einige, mutmaßlich vom Stadion herübergestreunerte, FC St.Pauli-Fans gaben ihre Gedanken zum Gesehenen in Liedform preis, bis es Oli Pocher reichte. Ermühte sich durch den Saal und auch sie bekamen ihr Fett weg. Der meet-and-greet-Gewinner des Hamburger Abendblatts hatte mehr Glück, er durfte für einen lockeren Plausch herhalten. Oli verzichtete auf ein großes Programm und quatschte sich fröhlich durch das Zelt. Bei den Zuschauern kam es gut an und die lacher blieben nicht aus.

Power PercussionDanach waren Power Percussion aus München an der Reihe. Diese Formation spielt auf diversen Instrumenten wunderbare Percussionmusik und zeigt eine schöne Bühnenpräsenz. Wenigen vorher bekannt, ließen sich doch viele Zuschauer von der Show begeistern und wippten im takt mit.

Roger CiceroDen Abschluss dieses Abends und damit auch der o2 World on Tour 2009 machte Lokalmatador Roger Cicero. Es gelang dem Sänger und seiner vielköpfigen Band, die Leute noch einmal richtig zu begeistern. So swingte Cicero über die Bühne und sang über die Liebe und das nicht immer einfache Verhältnis zwischen Mann und Frau. Die Besucher  harrten auch nach so einer langen Show aus und trällerten die Songs mit. Roger Ciceros Art, Musik zu machen, war genau die richtige für ein Abschlusskonzert. Klassischer Glanz im modernen Kleid.

Vor der Show war Roger Cicero noch bereit, ein kleines Interview zu geben

PRINZ: Für dich ist das heute ein Heimspiel. Macht es dir besonderen Spaß, in Hamburg zu spielen?
Roger Cicero: Immer. Ich mag es sowieso sehr gern, weil der weg zum Auftrittsort immer sehr übersichtlich ist. Obwohl ich in meinem Job viel Reisen muss, macht es mich immer wieder sehr müde. Darum ist es immer sehr schön in Hamburg zu spielen, man ist nah an zu Hause dran. Das sind beste Voraussetzungen.

PRINZ: Du stammst aus Berlin, hast in Amsterdam studiert und lebst jetzt in Hamburg. Wo hat es dir am besten gefallen?
Roger Cicero: Jede Stadt hat ihre Vor- und Nachteile. Ich bin Wahlhamburger, das beantwortet natürlich die Frage. Ich lebe hier seit 10 Jahren und habe auch nicht vor, wegzuziehen. Mir gefällt es schon in Hamburg im Moment am besten. Ich bin auch sehr gern in Berlin, aber ich finde es immer sehr anstrengend, in Berlin zu sein. Weil ich im Job viel unterwegs bin, brauch ich einen Ruhepol, wenn ich nach Hause komme, und Hamburg bietet mir alles, was ich brauche.

PRINZ: Du hast gerade in dem Film „Hilde“ mitgespielt, der auf der Berlinale Premiere feierte. Was war das für eine Erfahrung für dich?
Roger Cicero: Das war sehr aufregend. Die Anfrage kam sehr kurzfristig, aber es hat mir großen Spaß gemacht. Das Team war unglaublich professionell und der Film sehr gelungen. Die Kritiker haben das ein wenig anders gesehen. Ansonsten war das für mich aber eine tolle Herausforderung.

PRINZ: Du hast gerade auf der Geburtstagsgala von Udo Jürgens gespielt und deinen Beitrag zum Tribute Album der Fantastischen 4 geleistet. Was verbindet dich mit diesen Künstlern, dass du im Moment so viele Geburtstagsgeschenke verteilst?
Roger Cicero: Das sieht grad so aus, als würde es so dicht beieinander liegen. Das Fanta 4 Album haben wir letztes Jahr schon aufgenommen und das ist jetzt erst erschienen. Bär hat schon sehr früh begonnen, die Leute anzufragen. Es gab eine Liste mit den Titeln, die noch zur Verfügung standen, und ich hatte das Glück, dass ich noch relativ am Anfang der gefragten Personen war und konnte mir unter ganz vielen Titeln aussuchen, welchen ich mache. Geboren fand ich super und habe es dann auch aufgenommen. Udo Jürgens kannte meinen Vater schon. Ich habe ihn dann in einer Fernsehshow kennen gelernt und es kam dazu, dass wir bei der „Carmen Nebel Show“ miteinander gesungen haben und nach der Show, nachdem es uns allen so viel Spaß gemacht hat, und wir schon wussten, dass diese Geburtstagssendung aufgezeichnet wird, war es nahe liegend, das ganze noch mal zu wiederholen.

PRINZ: In deinen Liedern geht es oft um Männer und Frauen. Bewegt dich dieses Thema wirklich so sehr oder ist es einfach guter Stoff für Musik?
Roger Cicero: Beides. Das ist natürlich etwas, was mich sehr bewegt, ansonsten könnte ich darüber nicht singen und es sind natürlich Themen, die andere Leute auch bewegen. Eines der Hauptthemen in unserem Leben sind Beziehungen, egal ob Liebesbeziehungen, die Beziehung zum Chef, zum besten Freund oder zu Kollegen. Insofern ist das ein omnipräsentes Thema. Beziehungen sind immer an erster Stelle und das, was uns am meisten beschäftigt.

PRINZ: Du fühlst dich zum Buddhismus hingezogen und hast vor dem Dalai Lama gespielt. Was bedeuten solche Dinge für dich?
Roger Cicero: Ich habe nicht direkt vor dem Dalai Lama, sondern für den Dalai Lama gespielt. Als wir aufgetreten sind, war der schon längst im Bett. Insofern hat der von unserem Auftritt gar nichts mitbekommen, aber nichtsdestotrotz war die Veranstaltung eine sehr schöne. Es ist in der Tat so, dass ich mich zum Buddhismus hingezogen fühle, aber ich bin kein praktizierender Buddhist. Ich würde mich auch eher als spirituellen Menschen einstufen, denn ich bin überhaupt kein religiöser Mensch. Bei Religionen gibt es immer etwas, das ich sehr befremdlich finde und das hat dann einen komischen Beigeschmack, bei jeder Religion und da mache ich auch keinen Halt. Den Buddhismus finde ich gut, weil er keine Religion ist und weil es wirklich eine Reise zum Inneren ist, was die Buddhisten Buddhanatur nennen. Das ist eine sehr schöne Idee und die Art, in der ich eine höhere macht für mich auch definiere. Es ist etwas, das jeder in sich trägt, Kapazitäten, die jeder besitzt und nur abrufen muss. Das finde ich, ist eine sehr schöne Idee.

Tim Pommerenke

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