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Abgestiegen!

GaziStadionEigentlich waren die Voraussetzungen nicht die schlechtesten: Der direkte Absteigskandidat Bremen II musste auswärts beim Tabellenzweiten antreten. “Null Punkte, jede Wette”, war die einhellige Einschätzung. Auch die anderen Abstiegskandidaten hatten, zumindest auf dem Papier, schlechtere Karten als der Traditionsverein aus Degerloch, die Stuttgarter Kickers. Die mussten zu Hause gegen Aalen ran, die ebenfalls als sicherer Abstiegskandidat gelten. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…Nix war’s nämlich mit drei Punkten und dem “Blauen Wunder von Degerloch”. Von Anfang an chancenlos, desorientiert, jämmerlich, kurz gesagt: ein Häufchen Elend – wer sich so zu Hause in einem Alles-oder-nichts-Spiel präsentiert, steigt zu Recht ab. 1:4 deklassiert von einer Mannschaft, die im Abstiegskampf sogar ihren 40-jährigen (!) ehemaligen Spielemacher reaktivieren musste. Das tut weh, liebe Kickers. Man kann verlieren. Man kann auch absteigen. Aber doch nicht so.

Dabei lief es ja nicht erst in der neugeschaffenen 3. Liga, sagen wir mal, unrund. Die Qualifikation für eben diese schafften die Blauen ja auch nur, weil Reutlingen im letzten Spiel durch eine Dummheit den Sieg aus der Hand gab. Egal, nach vorne schauen hieß es damals. Nach vorne schauen? Heute schauen wir zurück: Im 14. Saisonspiel der erste Heimsieg, gerade einmal 13 Punkte in der Hinserie. Die Rückrunde war auch nicht besser. Wann die Blauen länger als eine Woche nicht auf dem letzten Platz standen, weiß ich schon gar nicht mehr. Und an die hämischen Kommentare der roten Kollegen in der Redaktion habe ich mich auch längst gewöhnt. Jetzt schwappt mir nur noch Mitleid entgegen. Schlimmer kann es gar nicht kommen… Einer, der davon auch ein Lied singen kann, ist  Joe Bauer. Dessen Kolumnen sind übrigens immer lesenswert, auch wenn es nicht um die Kickers geht. Aber das nur am Rande.

Zurück ins Stadion. Die Frage, wer Schuld ist am Desaster der Stuttgarter Kickers, sollen andere beantworten. Mir fällt nichts mehr dazu ein. Aber heißt es nicht, der Fisch stinkt immer zuerst am Kopf? Schade, dass unser Präsident Rechtsanwalt ist und kein Angler, sonst könnten wir ihn ja mal fragen. Wo wir künftig unsere Samstagnachmittage verbringen werden? Wohl wieder bei den Kickers – seinen Verein kann  man sich nicht aussuchen, hat mal ein schlauer Engländer gesagt. Das ist vielleicht auch das einzig positive: Wo sollen Punk-Schlagzeuger T’Schelle, Röhre-Kappo Nano, Libero-Charmbolzen Ebbi, Schlesinger-Kneipier Nolde, STN-Kolumnist Joe Bauer und all die anderen auch sonst hin als in den Block? Im GAZI-Stadion sind wir wenigstens aufgeräumt – auch wenn die Gegner dann aus Pfullendorf, Ulm und wie-die-Käffer-sonst-noch-heißen kommen.

Auch die Götter mussten weinen zum Abstieg – als ich den Weg zum Auto suchte, goss es wie aus Kübeln. Dass auch der Donner grollte, war mir mittlerweile egal.

2 Kommentare

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  1. Setzer

    13.05.2009 | 16:27

    1893

    Werden in der nächsten Saison dann Listen rumgereicht, wer Kuchen fürs Ständle mitbringt und wer für die Sportplatzwurst zuständig ist?

  2. Oliver Seibold

    13.05.2009 | 22:05

    Kuchen?

    Stadionwurst gibt’s auch nächste Saison immer bei Paule. Kuchen? Weichei…