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»Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist«

Einige Leute haben auf meinen Blog »Sackgasse Linkspartei« vom 10.9.2009 mit vager Hoffnung auf die Linkspartei geantwortet.

Carsten hält es taktisch für richtig »die Linken zu wählen, weil sie zur Zeit keine Chance auf eine Regierungsbeteiligung« haben. Der »Bürger/Wähler braucht letztlich als Ergebnis der Aufklärung Handlungsempfehlungen«. frjo
 kann die Kritik an Lafontaine und seinem Austritt aus der SPD/Grüne-Regierung »absolut nicht verstehen«.
 Rainer Kranzusch nimmt die Anpassung der Linkspartei durch »Machtinhabe
anpassen« als »Preis der Demokratie bzw. des Föderalismus« in Kauf – und empfiehlt die Wahl der SPD. andyocean hingegen möchte gern »die widerliche SPD-‚Führung’« ärgern: »Das ist für mich z.Zt. der einzige Grund, überhaupt zur Wahl zu schreiten«.

Ok, Leute, es gibt nur zwei Möglichkeiten:

1. Euch ist der sozialdemokratisch-reformistische Kurs der Linkspartei recht, dann haben wir hier deutlich getrennte Interessen, denn ‚ne staatstragende Pro-Kapital-Politik, die sich irgendwie links verbrämt, ist mit mir nicht zu machen, auch nicht aus »taktischen« Gründen

oder

2. Ihr wollt wirklich linke Politik, dann macht Ihr Euch in Sachen Linkspartei/Lafontaine was vor – bitte stellt Euch den Fakten. Habt Ihr wirklich ein so schlechtes Gedächtnis?

Als Ministerpräsident des Saarlands – also genau in der Art von »Verantwortung«, in der ihn seine AnhängerInnen gern sehen wollen –, forderte Oskar Lafontaine 1988 Arbeitszeitverkürzung ohne vollen Lohnausgleich, längere Maschinenlaufzeiten insbesondere durch Ausdehnung der Sonntags- und Wochenendarbeit (1988/1989), die Erhöhung der Arbeitszeit im öffentlichen Dienst (1993) und die Verpflichtung zu Zwangsarbeit (1998). 1998 drohte er Sozialhilfeempfängern via Bild-Zeitung(!): »Wir werden ähnlich wie in England dafür sorgen, dass die Zahlung von Sozialhilfe an strenge Regeln geknüpft wird! Eine angebotene Arbeit muss angenommen werden. Sonst wird die Sozialhilfe gekürzt!« Sozialstaatliche Leistungen, zum Beispiel die Unterstützung Erwerbsloser, sollten nur noch nach »Bedürftigkeit« gewährt werden, das bedeutete nichts anderes als die Forderung nach Abschaffung der Arbeitslosenversicherung.

Die Menschen arbeiten in den Augen Lafontaines auch nicht lang genug, 2003 verlangte er die Heraufsetzung des »tatsächlichen Renteneintrittsalters«.

Zur Ablenkung von seinen unsozialen Forderungen schürt er rassistische Ressentiments. Er ist stolz darauf, 1992 zum »Asylkompromiss« von CDU, SPD und FDP beigetragen zu haben. Wenn Ihr Euch erinnert: das war die faktische Abschaffung des Asylrechts. Lafontaine befürwortet auch die Errichtung von Flüchtlingslagern in Nordafrika.

2005 verlangte er, deutsche Arbeiter vor »Fremdarbeitern« zu schützen: »Der Staat ist verpflichtet, seine Bürger und Bürgerinnen zu schützen, er ist verpflichtet, zu verhindern, dass Familienväter und Frauen [! J. D.] arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen.«
Als er wegen seiner sich an die Nazis anlehnenden Terminologie kritisiert wurde, verwies er scheinheilig auf den Duden, der beim Begriff Fremdarbeiter nicht auf die Nazivergangenheit verweise.

Dass Lafontaine kein unerschütterlicher Demokrat ist, demonstrierte er 2004, als der Frankfurter Polizeivizepräsident Manfred Daschner einen Festgenommenen mit Folter bedrohte. Die Folter wurde damit gerechtfertigt, das Versteck eines entführten Kindes zu finden. Aber das ist vollkommen gleichgültig, Folter ist inakzeptabel. Gemäß der UN-Anti-Folter-Konvention (Artikel 1) von 1984 ist die Androhung von Folter bereits Folter. Lafontaine sagte, er hätte »genauso gehandelt« wie der Folter androhende Polizist. Würde der Beamte bestraft, sei das »eine Katastrophe für den Rechtsstaat«. Man müsse »formale Verfassungsartikel« schon mal außer Acht lassen, alles andere sei »Prinzipienreiterei«.Dies sind ja nur Auszüge aus Oskar Lafontaines »Leistungsbilanz«!

Woher kommt also diese merkwürdige, irrationale Sehnsucht von Leuten, die sich für Linke halten, die Linkspartei und ihren Vorsitzenden als etwas anderes sehen zu wollen als sie es sind?

 

Hinweise:

Jutta Ditfurth: Zeit des Zorns. Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft, München: Droemer Verlag 2009, 272 S., 16,95 Euro

Der ungekürzte und unveränderte Blog-Text darf unter folgenden Auflagen nachgedruckt bzw. im Internet veröffentlicht werden:

1. Direktlink zu: http://blog.prinz.de/wahl09/

2. Direktlink zu: www.jutta-ditfurth.de   

47 Kommentare

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  1. Sisyphos

    13.09.2009 | 11:08

    Die Linkspartei Ost hat sich Lafontaine ins Boot geholt, weil er die Machtperspektive erweitert hat. Man schaue nach Thüringen und Saarland. Der leicht völkische Populismus Lafontaines entspricht komplett den Anschauungen der Mehrheit der Funktionäre aus dem Osten, die ja Teil der staatstragenden Eliten der DDR waren oder bei Fortbestehen der DDR hätten werden sollen. Für viele Linke West, die jetzt bei der Linkspartei wuseln, ist Lafontaine trotz Kritik der Steigbügelhalter zur strukturellen Anerkennung im politischen System, die Chance auf “Wiedergutmachung” der Schmähungen durch die bundesrepublikanische Gesellschaft im Kalten Krieg.

    Die Linkspartei mit Lafontaine denkt und handelt nur in Konstruktionen von Hegemonie und Macht. Das Bedauerliche ist, dass diese Linken in der Vorstellung ihrer Anhänger und eines Teils ihrer Wähler “links” genug sind, um tatsächlich alternative Projekte enweder nicht wahrzunehmen oder nicht zu unterstützen.

    Andererseits kann “Normalmensch” unter den suggestiven Wirkungen der hiesigen Medienlandschaft nicht wirklich erkennen, wessen Geistes Kind wer ist und was man von ihm erwarten kann. Eine Entscheidung für eine der zur Wahl stehenden Parteien, schließlich auch für die Linkspartei mag für manche deshalb besser sein, als gar keine Entscheidung.

    Letztlich braucht es vermutlich die finale Erfahrung mit einer Linkspartei an den Schalthebeln der Macht, um zu erkennen, was diese Partei wirklich ist.

  2. Carsten

    13.09.2009 | 12:32

    Liebe Jutta,

    bei aller Zustimmung drehst Du Dich- aus meiner Sicht- in einem sisyphusschen Kreis. Die so genannte Realpolitik kann einfach nicht radikal ökologisch, sozial und emanzipatorisch sein, weil sie einfach nicht mehrheitsfähig sein kann- zumindest nicht im Moment.
    Dies ist ja ein Blog zur Wahl und dass alle Parteien, die eine Chance auf den Einzug in den Bundestag haben, eigentlich nicht wählbar sind, hast Du ja schon in “Zeit des Zorns” ausführlich analysiert.
    Doch was nun?
    Langfristig steht jeder (wirklich) links denkender Mensch vor der ganz persönlichen Verpflichtung bei der Etablierung und Organisation einer starken Linken mit zu arbeiten.
    Und kurzfristig?
    Wir müssen eine Entscheidung für den 27.09. treffen.
    Nicht wählen gehen, ungültig machen bzw. eine Partei wählen die ja ohnehin keine Chance hat?! Oder eben “Die Linke” oder “Die Grünen” wählen.

  3. Jutta Ditfurth

    13.09.2009 | 14:19

    Antwort auf Carsten und Sisyphos

    Was die Milieu-Beschreibung angeht, Sisyphos, stimme ich Dir zum Teil zu.
    Wenn es so ist, wie Du am Schluss schreibst, dass manche Linke erst die schlechte Erfahrung mit der Linkspartei »an den Schalthebeln« der Macht brauchen, dann heisst das, dass diese Leute weder aus der Geschichte der SPD (Zustimmung zu den Kriegskrediten 1914, verratene Novemberrevolution 1918/19 und Noske, Godesberger Programm, Notstandsgesetze, Radikalenerlass, Deutscher Herbst, Nato-Doppelbeschluss, Asylrechtsabschaffung usw. uswf.) gelernt haben, noch aus dem viel rascheren Niedergang einer in den 1980ern relativ linken Partei wie den Grünen hin zu einer auf »alternativ« geschminkten FDP.

    Schon wenn man die doppelbödige Position der Linkspartei in Sachen EU oder in puncto Blauhelme und UN-Militäreinsätze prüft, ist doch heute schon glasklar, worauf das in einer Regierung hinauslaufen würde: Zustimmung zu Kriegseinsätzen, aber mit ganz dollen »Bauchschmerzen«. Für die sog. UN-Blauhelmeinsätze sind sie ja längst. Blauhelmeinsätze waren auch bei der SPD in den 1980ern und bei den Grünen in den 1990ern die Vorstufe zum Krieg.

    Müssen einige Linke erst erleben, dass die ach so antimilitaristische Linkspartei Kriegseinsätzen – pardon, humanitären Interventionen – offen zustimmt, falls sie sonst aus einer Regierung flöge? Das hieße dann ja auch (neben dem Elend für die Opfer), dass über die nächsten Jahre ein Teil des politischen Raums, den wir zum Aufbau einer linken Opposition brauchen durch Selbstbetrug und Illusionen verstopft wäre.

    Ich seh’ sie schon vor mir, all die klagenden Leute, die uns dann in 10 oder 15 Jahren vorjammern, wie sehr sie sich in der Linkspartei getäuscht haben und wie viele Lebenszeit dafür draufgegangen ist.

    Aber es ist natürlich auch so, dass es Leute gibt, die sich für Linke halten, in Wirklichkeit aber als Wähler prima zu Lafontaine und der autoritären, reformistischen, wendigen Linkspartei passen. Das Interesse dieser Leute ist es nicht, dass es dem Kapitalismus an den Kragen geht, damit es allen Menschen besser geht, sondern nur, dass es ihnen selbst besser geht und ihnen via Partei vermeintliche soziale Reputation zuwächst. Dennoch möchten sie sich gern für Linke halten. Armselig.

    Carsten scheint davon auszugehen, dass sich nur Leute in einem Blog zu den Bundestagswahlen äußern sollten, die auch wählen. Warum? Eine Diskussion zu Wahlen kann auch eine hochpolitische Diskussion sein, die sich nicht auf die winzige Entscheidung am 27. September beschränkt. (Außerdem ist das Ergebnis längst klar).

    So wird die Wahlfrage leicht zum Ersatz für politische Aktivität und echte gesellschaftliche Veränderungen. Motto: Ich hab ja gewählt und meine Pflicht getan. Apropos: Pflicht wem gegenüber?

    Carsten, wenn Du sagst: »Langfristig steht jeder (wirklich) links denkender Mensch vor der ganz persönlichen Verpflichtung bei der Etablierung und Organisation einer starken Linken mit zu arbeiten« stimme ich Dir zu, aber was hat das mit Wählen und Stimme abgeben zu tun? Durch eine Wahlentscheidung in einem kapitalistischen Land baust Du eben keine linke Opposition auf.

    Die Linkspartei nutzt Initiativen allenfalls als Vorfeldorganisationen und Rekrutierungspools. Da wo sich Menschen selbstbestimmt und kritisch auch gegenüber der Linkspartei organisieren, verhält sie sich als Gegnerin. Schaut Euch nur die Zahl der großen und berechtigten Bürgerbegehren in Berlin an, gegen die unsoziale und unökologische Politik der SPD/Linkspartei-Regierung: Alle diese Basisanliegen wurden auch von der Linkspartei rüde abgeschmettert.

    Klar, es könnte mal eine linke Partei geben, die man wählen kann, weil sie außerparlamentarische Bewegungen stützt. Aber das ist zur Zeit nicht der Fall. Aber auch dann baute man eine starke Linke nicht durch eine Stimmabgabe auf, sondern dadurch, dass
 man sich theoretisch qualifiziert, kluge politische Aktionen macht und sich außerparlamentarisch organisiert – jahrelang, nicht nur an einen (Wahl)Tag.

    Man behindert den Aufbau sozialer Gegenmacht, die Organisierung linker Opposition, geradezu, wenn man die Linkspartei als linke Partei mystifziert und auf sie (fehl)orientiert. Die Frage, die vor allem geklärt werden muss, ist die: Will man diese Gesellschaft tatsächlich grundsätzlich verändern?

  4. frjo

    13.09.2009 | 18:17

    "Was tu'n?", sprach Zeus

    Die “Volks”parteien sehen überhaupt nicht mehr, wie es den Deutschen geht.
    Anders kann ich mir z.B. die Rente mit 67, die Verkürzung der Abiturzeit usw. wirklich nicht erklären. (Die „Zustimmung“ zu Afghanistan möchte ich gar nicht erwähnen)

    Man muss sie aus den eingefahrenen Gleisen bekommen, die seit Kohl benutzt werden.
    (Sie werden von uns gewählt und kümmern sich in den folgenden 3 3/4 Jahren einen Dreck um die Meinung des Volkes!)

    Und das geht nicht, indem man die Wahl boykottiert! Die Wahlbeteilgung sinkt, der „Wahlerfolg“ der „Volks“parteien bleibt genau DESWEGEN, die Schweinereien werden ohne Ende fortgesetzt.

    Ich weiß natürlich, dass die Linke u.a. in Berlin auf das gleiche Gleis steigt, dass auch dort dank dieser Partei z.B. prekäre (1-Euro!) Arbeitsstellen besetzt wurden, um „Geld zu sparen“, dass dann für 3 Opernhäuser unbedingt benötigt wird, usw., usw.

    Aber um die Politiker zu motivieren, endlich die seit ‘82 durchgezogene Poltitik zu beenden, gibt es nur den Weg, die Stimme einer Partei zu geben, die im Bundestag stört.

    Und da bleibt nur eine, die wählbar ist!

  5. Sisyphos

    13.09.2009 | 19:53

    Liebe Jutta Ditfurth,

    Eine Linkspartei in der Opposition ist das größere Übel und verstopft den Weg zu einer gesellschaftlich wirksame Gegenbewegung viel eher als eine Linkspartei, die sich im Regierungshandeln ihres scheinradikalen Mantels entblättern muss.

    Viele meiner Schüler - Erstwähler/innen - sind sich dessen sehr wohl bewusst und rechnen in anderen Zeitkategorien als wir, die ein Stück Leben mit Hoffnungen und Mühsal schon hinter sich haben.

    Diese jungen Leute entscheiden sich an diesem einen Tag (der Wahl) so links als möglich. In Ermangelung sichtbarer Alternativen und der von ihnen eigentlich ersehnten Informationen, die selbst dieser Blog nicht ausreichend bieten kann, entscheiden sie sich für das ihnen halbwegs verständliche, wenn auch nicht wirklich nahestehende Spektrum von SPD über Grüne bis hin zu Linkspartei. Noch jedenfalls… nebenbei entwickeln sie ihre eigenen Projekte und sind kritisch gegenüber jeder Partei und gegenüber denjenigen ihrer Altersgenossen/-genossinnen, die sich im ökonomischen und liberalen Mainstream an die Fleischtöpfe der großen Maschine ranrobben.

    Tatsache ist, dass die “Jungen” kein Wissen und keine Erfahrungen haben, die sie lehren würden, die Linkspartei oder die Grünen nicht zu wählen. Und sie wollen den Lackmustest selbst machen.

    Was den “Rest” betrifft, scheint mir die Enttäuschung im Sinne einer Befreiung von Selbsttäuschung trotz eventuell verschenkter Möglichkeiten das, was bleibt… andernfalls gäbe es schon längst eine wirksame neue APO, andernfalls wäre diese neue APO schon ein Stück weit integrationsresistent, andernfalls wirkten die im Land doch recht vielfältigen alternativen Projekte stärker, als sie es schon tun.

    “Zeit des Zorns” gibt doch in diesem Punkt trotz kritischer Analyse einen kleinen hoffnungsvoll stimmenden Ausblick.

    Also noch einmal zum Abschluss: Die Linkspartei verhindert linke Opposition, wenn die Linkspartei weiterhin in der Opposition ist. Denn solange fällt der Blick weniger kritisch auf diese Partei. Solange hält man sie für etwas anderes, als sie ist.

  6. andyocean

    13.09.2009 | 20:23

    ..ich glaube nicht, daß die Linkspartei den Aufbau sozialer Gegenmacht nur behindert. Sie fördert eine solche ja doch auch. Solange sie nicht in einer Regierung sitzt.
    Und wo auch immer sie linke Aktivitäten mal behindert, wie hier in Berlin, entzaubert sich diese Partei dann für alle Sehenden selbst. So geht das eben.
    (eine starke linke Opposition in der BRD, war da jemals was? Wird da jemals was draus? Sorry, wir werdens wohl nicht mehr erleben).

  7. matze

    13.09.2009 | 23:58

    Sehr gut recherchierte, Frau Ditfurth, sehr wort- und wutreiche Kommentare. Und zwischen Ihren Kommentaren schimmert zuweilen auch das Konstruktive Ihrer Kritik durch. Nur blendet mich Ihre kindische Polemik. Sorry.

  8. Markus Lehr

    14.09.2009 | 06:18

    Merkwürdig?

    Warum schlägt man als Linke eigentlich auf die Linkspartei ein? Der wirkliche Gegner steht doch ganz woanders.

  9. Wolfgang Hoss

    14.09.2009 | 09:32

    Ingenieur

    Meines Erachtens stellt Jutta Ditfurth vollkommen richtig fest, daß durch die Politik von Oskar Lafontaine die Illusion erzeugt wird, man könne mit einer anderen sozialdemokratischen Politik als der der gegenwärtigen SPD-Führung die großen sozialen und ökologischen Mißstände im kapitlistischen Staat lösen, man könne soziale Gerwechtigkeit durchsetzen und die großen Banken kontollieren und auf den richten Weg zwingen und den Aufschwung in der heutigen Wirtschaftskrise herbeiführen. Es handelt sich m.E., wie gesagt, um Illusionen die mit der Realität im kapitlistischen System nichts zu tun haben. Oskars Politik rückt ihn aber in den Mittelpunkt der Medien und der Politik im allgemeinen, wenn er auch den Polit-Oskar bisher nicht erhalten hat. Wenn es aber nicht um persönliche Vorteile großer Sozialdemokraten geht, sondern um Lösungen der drängenden sozialen, ökologischen und ökonomischen Probleme in unserer Zeit, warum soll dann die Unterstützung von Illusionen bzw. die Unterstützung einer irrelaen Politik richtig und von Vorteil sein? Wieso soll es durch Realitätsverdrängung möglich sein, die objektiven Probleme unser Zeit zu lösen? Jutta Ditfurth hat es klar gesagt, man macht sich was vor, wenn man glaubt es sei richtig diese Politik zu unterstützen bzw. wenn man diese oder jene großen Sozialdemokraten der Partei A oder B wählt. Die Unterstützung einer irrealen illusionären Politik ist für das Volk und die fortschrittlichen Menschen nicht nützlich, sondern extrem schädlich. Sie nützt den Herren des großen Kapitals, den Finanzoligarchen und allgmein den Räuberhauptmännern des Systems, aber nicht dem Volk.

  10. Hans-Dieter

    14.09.2009 | 09:43

    Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist

    Liebe Jutta!

    Die Frage, ob Oskar Lafontaine ein Sozialist ist, ist für mich zweitrangig. Es ist nach meiner Meinung eine aus der Realität herausgenommene Phantom-Diskussion einiger Weniger. Wir kommen auch ohne ihn darin nicht weiter, gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Dazu müssen wir nämlich Mehrheiten mitziehen. Und das gelingt nicht. Warum?

    Heinrich Heine 1844:
    „Ich schwöre es bei allen Göttern des Himmels und der Erde, der zehnte Teil von dem, was jene Leute in Deutschland erduldet haben, hätte in Frankreich sechsunddreißig Revolutionen hervorgebracht und sechsunddreißig Königen die Krone mitsamt dem Kopf gekostet.“

    Ferdinand Lassalle 1863:
    „Solang ihr nur ein Stück schlechte Wurst habt und ein Glas Bier, merkt ihr gar nicht, dass Euch etwas fehlt. Das kommt von eurer verdammten Bedürfnislosigkeit.“

    Und weil Wahlen sind, noch mal Heinrich Heine:

    Ich bin ein Esel, und will getreu,
    Wie meine Väter, die Alten,
    An der alten, lieben Eselei,
    Am Eseltume halten.

    Und weil ich ein Esel bin, so rat ich euch,
    den Esel zum König zu wählen;
    Wir stiften das große Eselreich,
    wo nur die Esel befehlen.

    Was soll sich seitdem also Wesentliches geändert haben?

    Schönen Gruß von Hans-Dieter aus Köln

  11. Wolfgang Hoss

    14.09.2009 | 10:51

    Markus Lehr sagt in seinem Kommentar:

    “Merkwürdig? Warum schlägt man als Linke eigentlich auf die Linkspartei ein? Der wirkliche Gegner steht doch ganz woanders.”

    Leider stehen die Gegener der Linken nicht nur außerhalb der Linken, ihre gefährlichsten Gegner sind vielmehr die sozialdemokratischen Illusionskünstler und Sozialphrasendrescher. Sie halten die Linken von einer realistischen Poltik ab bzw. lenken sie auf den falschen Weg. Nur mit einer realistischen Politik und durch einen Kampf auf Grundlage der Realitäten können gegenwärtig Zugeständnisse vom Staat des großen Kapitals und der großen Banken erzwungen werden. Und nur mit einer realistischen Stategie können grundsätzliche Lösungen in der Zukunft erreicht und soziale Gerechtigkeit herbeigeführt werden.

  12. Franz Witsch

    14.09.2009 | 11:14

    Was ist Sozialismus

    Liebe Frau Ditfurth,
    wenn man “Die Linke” kritisiert, wie ich finde, zurecht, dann nur mit der Vorgabe, eine wirkliche Alternative zu entwickeln. Die kann ich bei Ihnen nicht erkennen. Ich weiß nicht, ob mir eine solche gelingt oder gelungen ist. Allein, ich kenne keinen Linken, der mir (im Detail) erklären kann, was Kapitalismus ist und wie man ihn im Interesse der BürerInnen abschaffen kann.
    Mehr dazu auf der Seite
    http://www.film-und-politik.de/html/wash.html
    Dort erscheint in den nächsten Tagen ein Bürgerbrief, in dem ich auf das Problem, u.a. auch auf sie, näher eingehe. Dabei muss Kritik, die weh tut, erlaubt sein.
    Herzliche Grüße
    Franz Witsch

  13. Josie Michel-Brüning

    14.09.2009 | 11:20

    Liebe Jutta, wieder einmal bin ich Dir so dankbar für Deine Beiträge und für dieses Forum.
    Mich nervt an der jetzigen Wahlpropaganda der Linken z.B. sehr, dass sie bei der Verteidigung ihrer angeblichen pazifistischen Haltung gegenüber dem Afghanistan-Krieg nicht auf Aufklärung über die tatsächlichen Geschehnisse und des Beginns des Afghanistankrieges setzt, sondern nur auf Bekundungen ihrer eigenen Friedfertigkeit.
    Dabei gäbe es inhaltlich stichhaltige Gründe, sich aus dem Afghanistankrieg zurückzuziehen.

    Bei „globalresearch.ca“ erschien am 15. Oktober 2001 das Interview mit Zbigniew Brzezinski von Le Nouvel Observateur, Paris, 15-21 January 1998, in dem Brzezinski zugibt, dass die CIA die Mudschahedin und die Taliban schon 1978, ein halbes Jahr, bevor die sowjetische Armee in Afghanistan einmarschierte, im Kampf gegen das demokratisch gewählte Nadschibullah-Regime mit modernsten Waffen ausgerüstet und daran trainiert hatte. Das Nadschibullah-Regime hatte mit einer Agrarreform begonnen, die Universitäten für Frauen geöffnet, wollte das Land gerechter verteilen und hatte schließlich die Sowjetunion zu Hilfe gerufen. … Brzezinski berichtet darüber nicht ohne Stolz, denn schließlich habe der Afghanistankrieg die Militärmacht der Sowjetunion ausbluten lassen und zu ihrem Zerfall beigetragen, s.: unter: http://www.globalresearch.ca/articles/BRZ110A.html .
    Es gibt noch andere bereits hier genannte gute Gründe, die Argumentation der Linken für nicht glaubwürdig zu halten, aber diesen möchte ich noch unbedingt hinzufügen.
    Denn es beweist in meinen Augen einmal mehr, dass die Linke kein Interesse daran, aus diesem System auszuscheren, sondern einfach nur vom “Machtkuchen” des Systems etwas abhaben möchte.

  14. Roberto J. De Lapuente

    14.09.2009 | 12:08

    Auch wenn ich die Positionen derer, die auf die LINKE bauen, verstehen kann, so muß ich Dir vollauf beipflichten, Jutta. Linke Politik bedarf einzelner Menschen, die aus unserer Mitte heraus ihr Leben gestalten. Die LINKE hat daran kein Interesse. Gleichwohl verteidige ich die LINKE oft bei ad sinistram. Die tendenzielle Berichterstattung zu Lafontaine nervt mich. Entweder diabolisiert man dann alle diese Typen oder gar keinen - die Medien versteifen sich aber nur auf Lafontaine.

    Indes muß für wirkliche oppositionelle Kräfte lauten: Es ist irrelevant was sein kann (Realpolitik), relevant ist, was sein soll (Ideal)… danach hat es sich pragmatisch auszurichten.

  15. Kriegsgegner

    14.09.2009 | 15:08

    Hmm ich denke, das DIE LINKE in Berlin wirklich zum kotzen ist. Das fängt mit dem ASOG an und hört mit Hartz-IV auf. In Berlin ist der öffentliche Nahverkehr durch rot/rot komplett zusammengebrochen. Sozialer Wohnraum wird immer enger bzw. immer teurer. Die Linkspartei samt Landeschef Klaus Lederer, marschierte für den Angriffskrieg auf Gaza mit. Ebenso stimmte man für den EU-Vertrag von Lissabon zu. Die Linke auf Bundesebene hingegen, macht voll das Gegenteilige, eigentlich so wie ja eine Linke auch sein sollte, nämlich als klare Opposition und Systemalternative.

    Ich denke eigentlich nur noch daran, das Oskar Lafontaine einen Rachefeldzug gegen den Seeheimer Kreis führt. Und dieser Feldzug trägt immer mehr Früchte. Dieser Feldzug ist aber auch eines Tages vorbei, dann wenn Oskar in den verdienten Ruhestand geht. Doch was kommt danach? Der rechte Parteiflügel?

  16. andy

    14.09.2009 | 19:33

    @kriegsgegner
    ..was war das denn? “angriffskrieg gegen gaza”? Na da bist du doch mit der antisemi pardon antiisraelischen Linken Parteiführung und deren Zentralorgan ND d´accord… (nur Lederer und Gysi scheinen freilich nicht ganz so vom “palästinensischen Befreiungsskampf” überzeugt zu sein..)

  17. peter seidel

    14.09.2009 | 21:51

    oskar lafontaine linke

    liebe jutta,
    deinem kommentar kann ich fast voll zustimmen.
    doch wo liegt die alternative bei dieser wahl in diesem unserem lande ?
    oskar ist ein linker sozialdemokrat - na gut, doch er hat zumindest im bundestag einige ziele formuliert bei den linken, die jetzt vor der wahl von den spezialdemokraten und andern parteien mitverwendet werden (propagandamäßig) und vermutlich auch wirkung bei den bürgern zeigen.

    es bleibt dabei - veränderungen in unserem sinne können nur durch revolutionen erreicht werden - doch dazu muß eine entsprechende situation vorhanden sein und eine starke klar lenkende gruppe/partei - von guten wünschen ändert sich nichts. (auch wenn du mich als … bezeichnest)

  18. andy

    14.09.2009 | 22:00

    ..wisst ihr Elementarteilchen: Dieses hier, dieses Internetz wird womöglich unsere Chance sein, ein 2033 diesmal zu verhindern..?
    Wird es so sein?
    ..werden sich die Linken “Fraktionen” wie immer wechselseitig zerfleischen?
    Ich fürchte ja.
    (SO GEHT DAS. sagt Vonnegut in Slaughterhouse five..)

  19. Klaus Dede

    15.09.2009 | 06:27

    Rentner

    Natürlich ist Lafontaine ein Ekel, aber er argumentiert immerhin inhaltlich und deshalb kann man sich mit ihm auseinandersetzen. Das ist schon mal gut.
    Und links ist er auch nicht,
    Man ist nicht liks, wenn man gegen die rente mit 67 ist und gegen den Krieg in Afghanistan.
    Links bin ich dann, wenn ich nach Möglichkeiten suche, wie jeder in einer autoritär strukturierten Gesellschaft eine selbstbestimmte Existenz führen kann.
    Konkret gesagt:
    Wenn ich frage, wie ich einen durch und durch demokratischen Staat organisieren kann.
    Und das Ziel hat keine Partei, auch die Linke nicht, auf dem Zettel.
    Eine Partei, die das Ziel verfolgte, würde in diesem System eine Anti-Partei sein, nämlich eine solche, die nicht nach Koalitionen schielt, sondern inhaltlich diskutiert - ach, was soll der Quatsch.
    Mir hört ja eh keiner zu.
    Klaus Dede
    http://www.klausdede.de

  20. Rainer Kranzusch

    15.09.2009 | 14:37

    so steh' ich hier und kann nicht anders

    Was mir im hiesigen Disput fehlt,auch seitens Jutta Ditfurth’s,bleibt die Einsicht in die Wirklichkeit der Dinge.Die bleiben auch nach dem 27.11. National bedingte Belange um die Bedeutung der “LINKEN” stehen politisch den
    ‘Verhängnissen’ gegenüber, in die sich jede
    Bundesregierung dieser BRD global vernetzen
    muss.In diesen globalen Kontexten erübrigen
    sich Ideologien.Das spürt man derzeit scharf
    selbst OBAMA an,der momentan an der WALLSTREET höchst unangesehen ist.Jenem “Kapitalismus” gegenüber,scheinen selbst seine Flügel nur schwach zu schlagen.
    Hier dagegen wird der “LINKEN” noch ein
    romantisch/historisches Bild unterstellt,
    dem logisch weder die SPD noch DIE LINKE
    je entsprechen können wird.Kein Rad war noch nie zurückzudrehen.Die GRÜNEN sind das beste Beispiel,das gestern Trittin abgab.
    Armselig daneben Lafontaine.Sie wissen alle,daß die Räder der Geschicke frei nach
    Karl Marx unverändert vom betr.”Gespenst”
    gelenkt und gesteuert werden.Global.

  21. Rainer Kranzusch

    15.09.2009 | 14:46

    PS

    mit ebigem Hinweis auf Karl Marx’ “Gespenst”
    möge bitte nicht der KOMMUNISMUS verstanden
    werden, so lieb der Gedanke mir aus dem betr. Manifest auch bleibt;
    gemeint war Marx >KAPITAL< !

  22. Gebhard

    16.09.2009 | 09:47

    Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist

    Sehr geehrte Frau Ditfurth,
    ich denke, man sollte Herrn Lafontaine und “seine” Partei nicht nach ihren Worten beurteilen, sondern nach ihren Taten. Über seine Vergangenheit braucht man eigentlich keine Worte zu verlieren. Sie steht jedoch m.M. nach im krassen Widerspruch zu seinen z.Zt. vorgetragenen Thesen. Auch die Gegenwart seiner Politik bzw. die, seiner Partei (d.h. ihre Auswirkungen auf die Menschen) kann man ja sehr gut in Berlin und einigen ostdeutschen Kommunen “bewundern”.
    Die Linkspartei stiess in ein Vakuum, das rot/grün nach seiner Selbstentzauberung hinterliess.
    Als ehemaliges Mitglied der Partei, das sachbezogene Arbeit leisten wollte (Hartz IV-Beratung), habe ich auch den Sozialpopulismus der Partei am eigenen Leib gespürt. Da wird der Mindestlohn von €10 als Alternative zu Hartz IV verkauft, und jede sachliche Diskussion darüber abgewürgt.
    Mein Fazit daraus ist: Auch ein erheblicher Stimmenzuwachs der LP bei der Bundestagswahl wird nicht zu einer Lösung der sozialen Probleme in diesem Land führen, sondern zu einer weiteren Verbitterung der Wählerinnen und Wähler der Partei darüber, dass sie wieder einmal “verschaukelt” wurden.

  23. Gebhard

    16.09.2009 | 10:04

    Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist

    P.S.
    Ein Zitat, das man bei der Stimmabgabe am 27.09.09 im Hinterkopf haben sollte:
    “Jeder Wähler ist ein Tröpfchen von dem Öl, das die große Staatsmaschine schmiert. Was er wählen darf, ist allein das Ölkännchen, aus dem er in das Räderwerk träufeln darf, und von dem je nach der Größe des Behälters ein Schuss mehr nach links oder ein Schuss mehr nach rechts in den Apparat gegossen wird, dessen Hauptwalze sicher und exakt funktioniert, unbeirrt darum, welche von den vielen Seitenrädchen sich etwas schneller und welche sich etwas langsamer um die eigene Achse drehen. Die Stimmabgabe jedes einzelnen Wählers hat also für den Gang der Geschicke eines Volkes ebensoviel zu bedeuten wie der Rauch einer Zigarre, der sich im weiten Raum einer Wolke beimischt, für den Niederschlag eines Gewitters.”
    (Erich Mühsam in “Die Fackel”, Wien 12.April 1907) entnommen aus “konkret” 9/2009

  24. Gerd Weghorn

    16.09.2009 | 10:43

    Gerd Weghorn:

    Splendid Isolation – oder was?!

    Das ist ja eine debattierfreudige Webseite von Menschen, die sich selbst als “Linke” verstehen und zu denen auch ich mich zähle - mein diesbezügliches ProfiProfil (sowie die Definitionen meiner im folgenden verwendeten Begriffe) können unter http://www.profiprofil.wordpress.com studiert und kritisiert werden: ich liebe den Widerspruch!

    Was mir hier auffällt, das ist der idealistische, der voluntaristische Denkansatz, der in solchen Sätzen zum Ausdruck kommt “warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist”.

    Ja: wo sind wir denn hier?! “Wer Jude ist, das bestimme ich”, ließ sich vor 100 Jahren der Wiener Bürgermeister Lueger vernehmen, und so hätte ich von den Bestimmern doch gerne die Definition von “Sozialist” kennengelernt, oder von “unerschütterlichem Demokrat” ehe ich über das Lebenswerk eines Menschen den Stab breche. Oder?

    Was mir in diesem Zusammenhang auch noch unangenehm auffällt, das ist der Personenkult einiger Wortführer, wie hier auch der von Jutta Ditfurth, die ihre - kritikwürdige - Kritik an Verhaltensweisen eines Parteiführers unzulässiger Weise als Begründung der Unwählbarkeit seiner Partei verallgemeinert.

    Ich frage deshalb Jutta Ditfurth, wie sie, die ja (außer Wahlboykott) keine konkrete Negation der Linkspartei anzubieten hat, sich die Herausbildung und Konstituierung einer “wirklichen Linken” vorstellt, wo doch vorauszusehen ist, dass auch ihr neues Haus mit den alten, moralisch und intellektuell unzulänglichen Steinen errichtet werden müsste?!

    Noch direkter gefragt: was gibt Dir die Legitimation zum diskriminierenden Ausleben eines solch hochmoralisch daherkommenden Rigorismus gegenüber Lafontaine? Ist es heutzutage nicht vielmehr angezeigt, die “persönlichen” Fehler der (eigenen) Biographie “Vergangenheit” sein zu lassen und auch Menschen wie Oskar Lafontaine die Chance einzuräumen, wenigstens jetzt - in ihrer ganzen Unzulänglichkeit - noch an der “Willensbildung des Volkes” (Art. 21 GG) in Richtung “Eigentum verpflichtet” (Art. 14 GG) mitzuwirken?!

    Jutta Ditfurth stellt die Frage: “Woher kommt also diese merkwürdige, irrationale Sehnsucht von Leuten, die sich für Linke halten, die Linkspartei und ihren Vorsitzenden als etwas anderes sehen zu wollen als sie es sind?” Ja: was ist denn Deiner Behauptung nach dann jemand “wirklich”, der “rassistische Ressentiments geschürt” und sich nur “scheinheilig” davon distanziert haben soll: welches Kainsmal will denn hier dem Oskar von Dir ans Revers genäht werden!?

    Wenn ich Jutta Ditfurth und anderen, “die sich für Linke halten” (s. o.), als derjenige, der “den Widerspruch lieben gelernt hat” (www.kampfkompetenz.de) ein Geschenk machen darf, dann ist es meine Empfehlung, nicht so selbstgerecht und sektiererisch einherzuschreiten, sondern alle Kräfte darauf zu verwenden, eine wirkliche Volkspartei i. S. d. kleinsten gmeinsamen Nenners einer französischen Volksfront gegen den wirklichen Feind - und ich spreche hier dezidiert vom “raffenden Kapital” - zu schaffen, eine Mission, die im Rahmen einer „professionellen Führungs- und Kampfkompetenz“ gerade von uns Wortführern auf der Linken neben Beharrlichkeit auch viel Toleranz (gegenüber sich selbst und Dritten) erfordert!

  25. jutta

    16.09.2009 | 14:09

    Wie man das richtige meint und das falsche tut

    Hallo Jutta,

    könntest du mir mal sagen was “ne staatstragende Pro-Kapital-Politik, die sich irgendwie links verbrämt” sein soll?

    Deine Aussagen klingen zwar gut, aber das
    Verdrehen von Sätzen schafft nichts als Desinformation.

    Tatsächlich bist zu darin ausserordentlich geschickt um eine Art Rachefeldzug gegen einzelne Leute zu führen.

    Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie es ist, sein ganzes Leben in Frage zu stellen?

    Lafontaine hatte ganz sicher keine finanziellen machtherrlichen Gründe um nochmal in die Politik zurückzukehren und sich all den Anfeindungen auszusetzen, die ganz sicher absehbar waren.

    Er ist zur Überzeugung gekommen, das er falsch lag und das er dies auch anderen Menschen vermitteln muss.

    Die Zersplitterung der Linken hat in Italien zu purem Neoliberalismus geführt.

    Wenn du dies für Deutschland erreichen willst, wenn du davon überzeugt bist, das Lafontaine sich den Anfeindungen aussetzt um seinem Machtwahn zu fröhnen, wenn du glaubst das die 8 Mio Bürger im Osten alle nur dumme Ostalgiker sind die nichts aus den Erfahrungen ihres Lebens gelernt haben und die von Ex-Atomkraft-Aktivisten auf “Linie” gebracht werden müssen, dann muss ich dir leider mitteilen,

    wir haben selbst nen Kopf zum Denken und wir haben mehr als ein System überlebt.

    Wir wissen was wir wollen, nämlich das mauerlose soziale demokratische Deutschland für das wir 1989 auf die Straße gegangen sind und an dem wir selbst mitwirken wollen.

    Wir brauchen keine eingeschnappten persönlichen Rachefeldzug führenden Ex-Grünen, die meinen sie könnten besser denken.

    Würdest du deine Intelligenz bei den Linken einsetzen, würde das ja noch sinn machen, aber du hast garnicht die absicht, für eine bessere Politik persönlich einzutreten.
    Du meinst vielleicht das richtige, aber du tust das falsche und rennst in die andere Richtigung.

    gruss jutta aus brandenburg

  26. Jutta Ditfurth

    16.09.2009 | 15:04

    Antwort auf »Jutta aus Brandenburg«

    Wenn eine nichts anderes will als die Linkspartei, kann ich daran auch nichts ändern. Unangenehm wird es aber dann, wenn »Jutta aus Brandenburg« nicht ein einziges meiner Argumente gegen die Wahl der Linkspartei widerlegen will oder kann. Sie erwidert nichts Inhaltliches auf meine Kritik in den Blogs »Sackgasse Linkspartei« und »Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist« ist. Kein Wort. Im Gegenteil: Sie hat überhaupt nichts an Lafontaines Ausländerfeindlichkeit und Deutschtümelei (Abschaffung Asylrecht, Fremdarbeiter-Zitat, Lager in Nordafrika) auszusetzen und nichts an seiner unsozialen Politik (längere Arbeitszeiten, höheres Renteneintrittsalter, Befürwortung von Zwangsarbeit und Hilfekürzung). Das sagt viel über sie.

    Sie unterstellt mir das Verdrehen von Sätzen (welcher Satz/welches Zitat ist bitte falsch?), einen »Rachefeldzug« (klar, wenn politische AktivistInnen politisch streiten ist das irrationale Rache…oje!), die Zersplitterung der Linken durch Kritik an der Linkspartei (also wird alles gut, wenn sich alle Linken dem Machtanspruch der Linken unterwerfen?) und, nicht zuletzt, konstruiert sie ein »Wir« der Menschen, die in Ostdeutschland leben. Aber das gibt es nicht.

    Eine, die so offensichtlich autoritär denkt wie sie, möchte das vielleicht gern. Ich bin seit 1990 sehr oft in Ostdeutschland, vorher hatte ich aus politischen Gründen Einreiseverbot. Ich war der SED zu antiautoritär. Ich habe seit 1989 viele FreundInnen und DiskussionpartnerInnen im Osten gefunden, die sehr Unterschiedliches denken. Zu unterstellen, dass »die 8 Millionen BürgerInnen im Osten« alle dasselbe denken wie »Jutta aus Brandenburg« wäre eine Anmaßung. Und nein, werte Brandenburgerin, »für Deutschland« will ich gar nichts erreichen, sondern mit und für die Menschen hier und anderswo (die Nationalität ist mir nämlich egal), die ausgebeutet und gedemütigt werden.

    Es besteht bei ihr auch ein merkwürdiges, tief in deutscher Obrigkeitsstaatsgeschichte verankertes Missverständnis darüber, dass politische Kritik etwas mit »auf Linie bringen« zu tun hat. Aber ohne radikale Kritik gibt es überhaupt keine Chance auf gesellschaftliche Veränderungen. Es gibt keinen konstruktiveren Beginn des Kampfs um Freiheit und Emanzipation!

    Großmütig verzeihen will mir »Jutta aus Brandenburg« meine Linkspartei-kritische Unbotmässigkeit nur, wenn ich meine »Intelligenz bei den Linken« einsetze. Gleiches kenne ich aus meiner Kritik an esoterischen Sekten: Man darf sie nur kritisieren, wenn man zu ihnen gehört. (Und dann hat man nichts mehr zu kritisieren, jedenfalls nicht in Wahlkampfzeiten, oder?)

    Das Resumé des Kommentars von »Jutta aus Brandenburg« ist nur der Wunsch, Kritik an der Linkspartei zu verbieten oder zu tabuisieren. Eine schwache und darum wohl auch autoritäre Position.

  27. Tlaxcala

    17.09.2009 | 18:42

    Pourquoi Oskar Lafontaine n’est pas un socialiste

    Hier ist die französsische Fassung dieses Beitrags:
    http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8701&lg=fr

  28. jutta aus Brandenburg

    17.09.2009 | 20:52

    Antwort von Jutta aus Brandenburg

    hi,

    nun bin ich aber tüchtig platt gemacht,
    damit fühlt man sich doch gleich nen Stück größer.

    Punkt 1:
    Das Lafontaine Fehler gemacht hat,
    stelle ich überhaupt nicht in Frage.
    Nur renne ich nicht mit der Schöpfkelle hinter jemanden her um detailiert zu beweisen was der im Leben so alles von sich gegeben hat, um ihn möglichst als Fiesling hinzustellen.
    Ach und wie war das damals eigentlich bei Graf von und zu Lambsdorf. Aber ok, der ist gerade nicht so aktuell. Saulus, ne der ist auch schon 2000 jahre tot. Clement der Vorzeige-Grüne aus den 80igern?
    Ja sowas verblasst schnell wenn es gegen die Linken geht.

    Ich gehe jedenfalls davon aus das sich Menschen ändern können.

    Ich finde es nett, das du genau weisst was ich davon halte. Wie wärs wenn du mich vorher auch mal fragen würdest!
    Ich weiss das ist ungewohnt…

    Punkt 2:
    “ne staatstragende Pro-Kapital-Politik, die sich irgendwie links verbrämt” konntest du dir wohl selbst nicht erklären, aber immerhin weisst du genau wo du das ansiedeln willst, nämlich links - toll.

    Ich finde es schonmal angebracht hinzugucken wer hier Staatstragend ist, soweit ich weiss kommen die alle aus anderen Parteien.

    Natürlich ist alles was Berlin macht, ausschliesslich generell und sowieso den Linken anzulasten, unter Wowereit natürlich und dem Linken Senat.
    Aber ok, nehmen wir die Abschaffung der Lernmittelfreiheit:
    http://www.die-linke-berlin.de/politik/positionen/politik_fuer_berlin/schule_und_bildung/neuregelung_der_lernmittelfreiheit/
    Wie man nachlesen kann hat die Linke dafür gesorgt, das dies nicht - wie es sich die SPD gewünscht hat - vollständig abgeschafft wurde.
    Ich persönlich finde das nicht zufriedenstellend, aber ich erinnere auch daran, das ich unter der linken Vorgängerpartei nie für Schulbücher gezahlt habe, das war bei uns selbstverständlich.

    Das wird wohl eine typisch doofe SPD-Idee sein, wobei, könnte auch CDU sein, da gibts nicht viel Unterschied.
    Natürlich sollte man das nicht mit dem Rheinland vergleichen, wo ganz sicher auch die Linken für verantwortlich sind, die da so heftig regieren…

    Und um noch eins auszuführen:
    Ein-Euro-Jobs werden üblicherweise nicht von Rathäusern geschaffen oder zugelassen, dafür sind die Argen verantwortlich und die haben ihre Zentrale in Nürnberg bei den bayrischen Weisswürschteln.
    Der Bundestag hat ja diese SGB-Änderung beschlossen, die Linken haben geschlossen dagegen gestimmt.
    Andersrum hat sie 4000 Vollarbeitsstellen
    für Arbeitslose in Berlin geschaffen, unzwar mit Lohn von dem man Leben kann.
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Arbeitslose-Die-Linke-SPD-Lichtenberg;art270,2677085
    Auch das ist viel zu wenig, aber es ist ein Anfang und bei dem Gegenwind wirds auch schwer mehr zu tun.

    Die Armutsindustrie ist übrigens auch ne Erfindung, nicht von den Linken aber von den
    anderen…
    Das 10-Tage-Wett-Puzzlen oder die Babysocken-Strickerei in der Toys Company und nicht zu vergessen die schwäbischen Trampoline, auch ne coole Idee von - ja, ich weiss ihr hört es nicht gern - drüben.

    Beschwert euch doch nicht bei den Linken über eure eigenen Erfindungen.
    Und apropos Erfindungen, es wäre schön wenn sie nicht jede Stasi-Idee kopieren und perfektionieren würden.

    Punkt 3:
    Ich finde es schon lustig wie du mich hier als autoritär hinstellen willst, ist das deine Streitkultur andere erstmal Machthunger zu unterstellen. So kann man natürlich seine Gesprächspartner auch auf Linie bringen, man überbrüllt sie einfach lautstark und wenn das noch nicht reicht sind es halt indoktrinierte Ostalgiker.
    Damit passe ich wohl genau ins Feindschema: Osten = Kommunisten = SED (Made by Bild-Zeitung)

    Ich gebe zu, es hat nen Weilchen gedauert bis wir begriffen haben, das unsere Meinung euch nicht wirklich interessiert. Ihr kennt sogar unsere Geschichte besser, schliesslich war ja jeder mal nach dem Mauerfall drüben gucken, gelle.

    Punkt 4.
    Wenn dir der Vorschlag nicht gefällt bei den bösen Linken mitzuarbeiten, ich bin flexibel, wie wärs bei den Grünen oder der SPD. Die könnten durchaus ein paar Leute brauchen die sich das Land und dessen Misstände mal genauer anschauen.

    Vielleicht kannst du sie bei der Gelegenheit mal fragen wie sie mit 2500 Windräder sagenhafte 30.000 Arbeitsplätze schaffen wollen. Drehen die 12 Leute das Windrad mit der Hand? Wäre es nicht billiger, die Arbeiter gleich selbst anzustellen, anstatt rund 347.500 Euro Förderung pro Mann zu investieren.
    Gut das ist jetzt übern Daumen gepeilt, ich will mich nicht auf den Euro genau festlegen.

    Ich mag ja erneuerbare Energie auch, aber ist das nicht nen bisschen grün hinter den Ohren?

    Auch der SPD könnte da nen bisschen Nachhilfe bei ihrer Investitionswut gebrauchen bevor sie wieder ne Schnäppchenaktion startet die 18 Mrd. Euro Steuern kostet und 1,5 Mrd. Euro bringt.

    Wenn wir uns sowas sparen, können wir sofort die komplette Lehrmittelfreiheit einführen, vorrausgesetzt die anderen vier Parteien stimmen nicht wieder dagegen.

    Leider machen sie das generell. Kann man bei Abgeordnetenwatch.de alles nachlesen.

    Es ist ziemlich billig den Linken alle Schuld der Welt zu geben, es scheint schwieriger zu sein, mal in der Hauszeitung zu blättern um zu gucken was der hessischer Roland so alles für Mist verzapft.

    Das wäre doch mal nen Blogthema das sich lohnt. Und wenn du das ganze auch noch nen bisschen objektiv gestaltest, kommen wir vielleicht mal zu einer konstruktiven Diskussion.

    Lass es brüllen, Löwe.

    Jutta aus Brandenburg

  29. Jutta Ditfurth

    17.09.2009 | 23:14

    Es mieft völkisch

    Eine intelligente politische Kontroverse wäre schön, aber dazu müsste »Jutta aus Brandenburg« ihren Kopf ein wenig anstrengen und sich den Fakten stellen. Dass Sie dazu nicht bereit ist, kann nur bedeuten, dass sie entweder keine Linke ist (was nicht ausschließt, dass sie ein Mitglied oder eine Funktionärin der Linkspartei ist) oder sich etwas vormachen möchte. An beidem will bzw. kann ich sie nicht hindern.

    Abschließend:

    1. Parteivorsitzende dürfen kritisiert werden, auch die der Linkspartei.

    2. PolitikerInnen dürfen auf die Übereinstimmung ihrer Worte und Taten überprüft werden, auch die der Linkspartei.

    3. Dass andere PolitikerInnen scharfe Kritik verdienen, ändert daran nichts.

    4. Klar können Menschen sich ändern. Es bleiben nur zwei Fragen: a) In welche Richtung und b) ist das hier der Fall? Lafontaine rühmte sich der Abschaffung des Asylrechts (1992), heute hetzt er gegen »Fremdarbeiter« und plädiert für Lager in Nordafrika.

    Das kann nur als »Änderung« mystifizieren, wer nichts oder wenig gegen Rassismus einzuwenden hat.

    5. Staatstragende Politik, die sich links verbrämt, ist nun wirklich leicht zu verstehen. Das ist eine Politik wie die der Linkspartei, die ihren AnhängerInnen (jedenfalls den Täuschungsbereiten unter ihnen) weismacht, dass sie ganz doll linksoppositionell ist, während sie der Staatsseite andauernd signalisiert, was sie alles für’s Mitregieren zu tun bereit ist. Es liegt in der Logik der Sache, dass eine bürgerlich-konservative staatstragende Partei das nicht nötig hat, ja es gegenüber ihren AnhängerInnen sogar schädlich wäre. Deshalb ist es ein Merkmal reformistischer Parteien.

    6. Welche Legionen an Beispielen es für die staatstragende Politik der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin gibt, will ich hier nicht wiederholen, es lässt sich u.a. in meinem Buch »Zeit des Zorns« nachlesen (mit Quellen).

    7. Die Linkspartei will gewählt werden, damit sie in der Regierungs«verantwortung« angeblich linke, soziale Politik machen, kann. Dort wo sie es ist und wo sie für brutale unsoziale Politik verantwortlich ist (im allerbesten Fall betreibt sie Elendsverwaltung) soll sie nicht in die Haftung genommen werden dürfen? Sie ist also nicht veranwortlich für ihre Verantwortung? Interessant.

    8. Dass CDU und SPD auch nicht besser sind ist eine Ausrede kein Argument.

    9. Es gibt DIE Ostdeutschen nicht, so wenig wie es DIE Westdeutschen gibt. Im Osten gab es SED-ParteisoldatInnen und kluge SED-ler, es gab antikommunistische aber auch sozialistische DissidentInnen, Punks und Nazis, SpießbürgerInnen und wunderbare KünstlerInnen, RassistInnen und AntifaschistInnen.

    Der Versuch von »Jutta aus Brandenburg«, alle diese Menschen in einen »Wir-Ostdeutschen«-Topf zu stopfen, – zum alleinigen Nutzen und als Korsett ihrer schwachen Pro-Linkspartei-Argumente –, mieft völkisch. Aber auch nationalistische Dummheiten gibt es in Ost und West.

    10. Der Versuch zu vermitteln, was eine undogmatische linke Position ist, ist hier zum Scheitern verurteilt.

    11. Nein, Windkonverter werden nicht mit der Hand gedreht, sonst hießen sie möglicherweise Handkonverter.

  30. Tlaxcala

    18.09.2009 | 09:02

    Why Oskar Lafontaine is not a socialist

    The english version of this article can be read here: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8703&lg=en

  31. Gebhard

    18.09.2009 | 10:33

    Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist

    Sehr geehrte Frau Ditfurth,
    ich muss gestehen, dass ich erst jetzt die Brisanz der o.g. Überschrift begriffen habe. Sie sugeriert, dass man davon ausgehen könnte, dass Herr Lafontaine Sozialist ist. Das halte ich für falsch. (O.K. ich gehe jetzt von meinem Bild aus, das ich von einem Sozialisten habe.) Seine Vergangenheit disqualifiziert m.M. dafür. Wenden wir uns der Gegenwart zu. Er spricht sicher die Probleme an, die die Menschen bewegen. Aber, bietet er Lösungen an? Nein, er hält sich nur damit auf allgemeine Forderungen aufzustellen, die sehr gut klingen.Natürlich muss man sein Auftreten bei Veranstaltungen “bewundern”. Fehlende Inhalte werden durch Lautstärke weggemacht. Er gebraucht auch die richtigen Begriffe (z.B.: “Der Kapitalismus gebährt den Krieg, wie die Wolke den Regen”). Einfach toll kommt das an. Aber, wenn die erste Euphorie beim Zuhörer vorbei ist, stellt sich (bei mir jedenfalls) ein bitterer Nachgeschmack ein.
    Aber, warum kann man Lafontaine und seine Partei nicht einfach als das sehen, was sie sind? Krisengewinner! An dieser Stelle möchte ich noch einen Eindruck loswerden, den ich schon 2007 beim Kommunalwahlkampf in Hessen von Lafontaine und Gysi hatte.
    Lafontaine trat (und tritt) auf Wahlveranstaltungen als Mann für die Wählerschichten auf, die es “gern etwas gröber mögen”. Gysi dagegen soll die Seelen der etwas “feiner Gestrickten” ansprechen, die einen höheren Anspruch an Politik haben. Leute, die sich mit Politik beschäftigen, die belesen sind. Ich halte diese Stategie für sehr interessant. Und sie wird auch diesesmal Erfolg haben.

  32. Franz Witsch

    19.09.2009 | 10:25

    In der Kürze liegt die Würze. Ich finde, Gebhard (18.09.2009 | 10:33) bringt die Sache auf den Punkt: Die Linkspartei ist Krisengewinnerin, wobei ich den Akzent auf “Gewinn” legen möchte.
    Herzlichen Gruß an alle, die sich hier engagiert einbringen
    Franz Witsch

  33. carola schmige

    19.09.2009 | 22:54

    folter

    liebe jutta,
    wenn jemand mein kind entführt hätte und das versteck nicht preisgeben wollte wäre mir die anti-folter-konvention pups egal,ich würde auch eigenhändig foltern….
    deshalb finde ich das beispiel als gegenargument gegen oskar ungünstig gewählt
    bringt nur die mütter in rage..
    gruss
    carola

  34. Gebhard

    21.09.2009 | 09:39

    Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist

    Ein weiterer Punkt ist sicherlich, dass sich die LP die alten Strukturen der SED im Osten zu nutze macht. Das kann sie, da sich die Versprechen der großen Parteien (CDU/SPD) als Wahlkampfrethorik herausgestellt haben. Ich selber bin in Mecklenburg-Vorpommern (1969 also DDR) geboren, und bin mit dem Staatssozialismus eng in Berührung gekommen (Lehrer-Sohn, FDJ-Studienjahr als Klassenbester abgeschlossen, Klassen-Agitator, Staatsbürgerkunde mit “sehr gut” abgeschlossen). Die Leute kehren also, nach der “Enttäuschung mit den Wessis” zu den bewährten Figuren zurück. Ohne der Dame “J aus Brandenburg” zu nahe treten zu wollen, verteidigt sie nur ihren Fetisch (Linkspartei) gegen die Kritikerin aus dem Westen (Frau Ditfurth). Das tut sie z.T. auch emotional. Womit wir beim Hauptpunkt wären: Die LP spricht die Emotionen der Menschen an. Aus eigener Erfahrung halte ich das für gefährlich, weil auch rechtes Gedankengut befriedigt wird. Und zwar auf ziemlich primitive Weise.
    Hier einmal zwei exemplarische Aussagen, die ich während meiner Tätigkeit in der “Linken Hilfe” (Hartz IV-Beratung)Wiesbaden hören “durfte”: “Wir Hartz IV-Empfänger haben doch alle den Judenstern”, “Die Ungarn wurden 1956 zu Recht bestraft. Dieses Bauernvolk hat den Sozialismus nicht verdient”.
    Das ist für mich keine Basis, auf der man politische Veränderungen durchsetzen kann.

  35. andy

    21.09.2009 | 20:10

    Nunja, was also? Nichtwählen? Na toll, wie originell und vor allem: wie hilfreich und aufbauend. In BRD ist nun mal keine Mindestwahlbeteiligung verordnet worden wie zB den Serben aufoktroyierte 50% damals)..
    Oder kennt jemand von Euch eine Untergrenze der Lächerlichkeit in Prozent?
    Ansonsten: Da die SPD nichtmehr sozialdemo ist, übernimmt das nun die Linkspartei.
    Na gut so und wählbar.
    Natüüürlich kommt mit denen keine Revolution. Aber auch das ist gut so. Denn eine solche wird es bei diesem deutschen Volk niemals nach links geben sondern immer nur nach rechts und dann ist es keine nichtwahr? Dies müsste längst bemerkt worden sein.
    Ansonsten zwo ist auf Jutta aus Brandenburg viel zu harsch eingedroschen worden. Der typisch altwestdeutsch- linke Zerfleischungston eben und leider.
    Das bringt nichts.
    MfG

  36. andy

    21.09.2009 | 20:35

    ..Achje, die SPD- Typen können sich über dieses Blogthema nur freuen. Da werden ja ihre eigentlichen Angstgegner genauso vorgenommen wie sie selbst oder schlimmer..
    Na Bravo.
    Ich rate Jutta Ditfurth NUR in dieser Frage zu irgendsowas wie temporäre Gelassenheit(Natürlich umsonst…dafür lieben wir sie ja, ich weiß…).

  37. Gebhard

    22.09.2009 | 09:38

    Warum Oskar Lafontaine kein Sozialist ist

    Ich weiß nicht, ob sich die SPD über das “Lafontaine-Bashing” hier im Blog freuen kann. Denn, dass Lafontaines Sozialdemokraten keine Alternative zum Original darstellen, zeigt doch nur, dass man nach Alternativen suchen muss und dadurch sich wohl aus dem “alten” parteipolitischen Denken befreit. Dass SPD und Lafontaine “uns” dazu zwingen, ist doch auch positiv.
    Aber, keine Angst: Beide sozialdemokratischen Parteien werden wohl zusammen die normale Stärke der alten SPD am 27.09. erreichen. Also: wo ist das Problem?

  38. andy

    23.09.2009 | 12:49

    ..Na das ist sehr ehrenwert, immer auch Alternativen zum Handeln ausserhalb dieser Linken Partei zu suchen. Sie aber diesmal trotzdem zu wählen, wäre aber auch nicht verkehrt. Denn der brave Deutsche wählt ja doch Rechts (also eine der vier Anderen) oder eben gar nicht.
    Wollt Ihr denen das Feld ganz überlassen?
    Wo ist das Problem? DAS ist das Problem..!

  39. Nehrig ,Hans-Jürgen

    23.09.2009 | 22:12

    Bauingenieur, Doppelter-Handwerksmeister,Stahlbauschlosser

    Hallo Frau Ditfurth,

    Oskar kam zur WASG,danach folgte die Vereinigung mit der PDS zur Linkspartei.

    Nur wenn man Mehrheiten hinter sich vereinen kann,kann man in diesem Staat etwas ändern!
    Wie Sie ja wissen sind die etablierten Parteien,dermaßen vernetzt,das eine neue Partei kaum Chancen in diesem Staat hat.
    Helfen Sie mit,das in diesem Staat wieder Gerechtigkeit für den kleinen Mann,für die Rentner,und dem Mittelstand,die in den letzten 10-15Jahre an Werte verloren haben.
    Jeder lernt immer dazu, die Zeiten haben sich
    erheblich zum Nachteil für die Masse der Bevölkerung verändert.
    Ich habe Sie immer geschätzt und würde Sie gerne Zu einer Diskusion in die Provinz nach Minden an die Weser zur Linkspartei einladen

    Ich bin ehemaliges Mitglied der WASG gewesen
    und seit dem 01.09.2009,Mitglied bei der Linkspartei Minden-Lübbecke.

    Ich würde mich freuen,von Ihnen eine positive Antwort zu erhalten.

    Mit freundlichen Grüßen aus Minden an der Weser Hsns-Jürgen Nehrig

  40. Sommerfeld

    24.09.2009 | 10:41

    Lafontaine, die PDS oder Die Linke und Ihrer und derenRechthaberei

    Frau Ditfurt,

    ich finde es schon schlimm, wenn Sie jemanden im Jahr 2009 eine Meinung vorwerfen, die er mal 1988 vertreten hat. Natürlich kann es sein, das Lafontaine nicht wirklich etwas dazu gelernt hat oder sogar etwas heuchelt. Nur das gilt prinzipiell für fast alle Menschen. Nie werden alle Menschen die 100% gleiche Meinung haben. Kompromisse werden irgendwie immer notwendig sein sonst geht das Leben nicht weiter bzw. man hat das wenige, was man hätte verbessern können auch nicht verbessert. Nehmen wir einfach man an ein gesundheitliches einigermassen ausgeglichenes Leben, wo man zwischen dem 20 und 50 Lebensjahr einfach auch etwas Produktives schafft, dauert könnte als wenigstens 30 Jahre dauern. Es geht hier auch um Selbstbestimmung. Denn ich runde die Kinderzeit, wo man von seinen Eltern bevormundet wurde einfach mal auf die ersten 20 Lebensjahre ab.

    Jedes Jahr in dieser Selbstbestimmten Lebensfase, in der es keine wichtige Verbesserung im leben eines Menschen gegeben hat ist ein verlorenes Jahr. Irgendwann ist man dann alt und Krank, und das Leben hat außer aus Worten (eben irgendwie Ideologie) aus nichts wirklich wichtigem bestanden. Man hat eventuell nichts verändert, weil das Konzept Realitätsfremd war. Man hat erst recht jede Möglichkeit unterlassen in der bestehenden bürgerlichen (oder eben auch scheiß-Gesellschaft) Freude am Leben zu erfahren, indem man wenigstens auch etwas von den machbaren Sachen versucht. Z. B. eine Wohnung einzurichten, Eine Partnerin oder Partner zu haben, Familie oder sonst irgendwie Gemeinschaft zu leben, sich etwas aufzubauen. Am Ende Ihres Lebens beleibt eventuell nur der Frust, weil sie so gut wie nichts an der Gesellschaft verändert haben, Leute, die sich auf Ihrer Ideen eingelassen haben eventuell kein bißchen Glücklicher geworden sind, weil es eben die Erfüllung im Eigenen Leben nicht gebracht hat. Im Prinzip können Sie dann nur auf ein besseres Leben im Jenseits hoffen. Genau so macht es die Kirche eigentlich auch.

    Die Kritik an der sicher sehr unvollkommenen Linkspartei hilft nur den bürgerlichen Parteien, im besten Fall sogar der extremen Rechten. Sie und Ihrer Bewegung sind vom Grad der Anerkennung durch die Bevölkerung nach meiner Auffassung in keiner Weise satisfaktionsfähig.

    Lafontaine dagegen hat sich bewegt. Er hat sich jedenfalls, so sehen das die bürgerlichen Parteien ein gutes Stück in Richtung Stalinismus bewegt. Und genau das läßt aufhorchen.

    Warum?

    Die Frage ist beim Stalinusmus immer aus welcher Richtung er kritisiert wird:

    1. Wird der Stalinismus wirklich wegen seinen Massenmorden (Menschenrechtsverletzung) kritisiert?

    2. Oder wird der Stalinismus deshalb kritisiert, weil er in der sowjetischen Besatzungszone deutsch Großkonzerne und deutsche Kriegsverbrecher enteignet hat? “Denn es handelt sich bei dieser Unrechtstat der Enteignung um eine der größten Unrechtstaten, die die Welt jemals gesehen hat, und die nicht wieder gut zu machen ist und die in aller Zukunft unbedingt zu verhindern ist”

    Wer die Linkspartei bekämpft kann sicher gute Gründe von Links anführen. Sie werden sich alle in der Diskussion als richtig erweisen. Nur die Diskutanten und linken Rechthaber werden von den meisten anderen Menschen in Deutschland mehr als weniger ignoriert. Sie gelten als Realitätsfremd, wie ihr damaliges grünes Parteimitglied J. Fischer.

    Auch in meinen Augen ist Fischer ein Kriegstreiber. Nur es wurde halt auch wirklich von keinem verhindert. Am wenigsten von Ihnen und ihrer Bewegung. Wie immer konnten Sie nur dagegen wettern (also sabbeln, sabbeln und noch mal sabbeln).

    Sicher mag auch stimmen, dass nicht mal die Links-Partei, wenn diese an die Macht kommt, die Soldaten sofort aus Afganistan abziehen würden. Nur Sie und Ihrer Bewegung werden auch dass nicht erreichen, eben weil Sie keinen Rückhalt in der Bevölkerung haben. Das Volk ist eben schlecht. Und so muss man linke Konkurrenten schlecht machen, die in der jetzigen Wählergunst wenigsten so bei 10 % liegen könnten.

    Nur durch negatives Denken wird eventuell nichts besser werden. Man entfernt sich mehr und mehr von dem Machbaren, wird realitätsferner und noch mal realitätsferner.

    Wer etwas ändern will muss sich auch mal mit kleinen Schritten befassen, und alleine wird man erst recht nichts erreichen.

    Mit freundlichem Gruß
    Heinrich Sommerfeld

  41. andy

    24.09.2009 | 18:52

    ..Sommerfeld trifft die Punkte, genau wie sein Vorzeichner, der Stahlwerksschlosser.
    Ausser: Jutta Ditfurth hat nie “gesabbelt”.
    Sie hat fast immer die stärkeren Argumente..!
    Das ist gut für die Diskussion.
    Aber nicht für die Praxis..!
    Wählt Die Linke Leute, denn Ökolinx steht nicht aufm Zettel, also?!

  42. andy

    24.09.2009 | 20:03

    Sorry Hans Jürgen StahlBAU Schlosser

  43. andy

    24.09.2009 | 22:27

    ..überhaupt dein Titel… warum Oskar kein usw ist… achje, das ist altbacken…
    Und klingt ziemlich verbissen..
    Lass doch diese alten Hüte, bitte…!

  44. Andy

    25.09.2009 | 20:29

    .,wollte noch sagen, daß ich JuDits Fakten zu Lafontaine und auch zu “meinem Kandidaten” Ströbele nicht kannte, was kein Wunder ist. Sie weiss alles im Politgeschäft und ich dagegen nix. Ist leider so.
    Das Ungültigwählen will mir trotzdem nicht als Aktion von Sinn in den Kopf, auch wenn Konkret titelte: Wer wählt, wählt verkehrt.
    Denn nocheinmal: wie kann ich den vier rechten Parteien mehr ins LobbyistenHandwerk pfuschen, als damit, die sog. Linke zu wählen..?

  45. Jutta Ditfurth

    25.09.2009 | 23:00

    Nun kokettier mal nicht, ich weiß keineswegs »alles im Politikgeschäft« und Du auch weit mehr als »nix«.
    Warum bist Du so fixiert auf den Gedanken, dass Du den staatstragenden Parteien nur »ins Handwerk Pfuschen« kannst, wenn Du
    a) wählst und
    b) dann auch noch eine fünfte staatstragende Partei?
    Kennst Du wirklich keine Alternative zum Wählen?
    Am Montag, im letzten Blog, mehr dazu.

  46. AchGott

    26.09.2009 | 01:53

    Der arme Lafontaine

    Guten Abend,

    macht Spass, oder? Man reiht sich ein in Springer und Bertelsmann-Presse, mit den gleichen Argumenten. Schon das sollte stutzig machen, aber seis drum.

    -2003 verlangte er die Heraufsetzung des tatsächlichen Renteneintrittsalters«. - OK, was war tatsaechlich gemeint: Im Rahmen aktueller Gesetze, wenn schon die Rente erst mit 65/67 gezahlt wird, muss man auch dafuer sorgen, dass die Leute bis dahin eine Arbeit haben und nicht eine Kuerzung der Rente wegen Erwerbslosigkeit eintritt. So, wo ist hier genau das Problem?

    Rassistische Ressentiments - ich lach mich tot - was waere denn der korrekte Begriff, der nicht rassistisch waere? Fremdarbeiter, Gastarbeiter, wie auch immer, Mitbuerger mit Migrationshintergrund, meine Guete. Lag die Betonung nicht vielmehr auf dem niedrigeren Lohn? War das nicht vielmehr eine Kritik am Herkunftslandprinzip, das zu dieser Zeit in der Diskussion war, wonach Dienstleistungen nach den gesetzlichen Bestimmungen des Herkunftslandes zu erbringen sind? (Bolkestein-Richtlinie) Und demnach die Volkswirtschaftlich vollkommen korrekte Schlussfolgerung, dass dies zu Arbeitslosigkeit unter der lokalen Bevoelkerung fueren muss. Die Folgerung nach Lafontaine ist nicht, keine Gastarbeiter zu wuenschen, sondern diese sind herzlich willkommen, sofern sie auch den gleichen Lohn bekommen, dass ist nicht nur fair gegenueber der dt. Bevoelkerung sondern erst recht fair gegenueber den Gastarbeitern.

    Was bitte hat die Folterbilligung mit Demokratie zu tun. Demokratie heisst wohl Herrschaft des Volkes, bei uns der Mehrheit. Was es konkret zu entscheiden galt, war ob das Recht auf Unversehrtheit des Taeters hoeher steht als das Recht auf Unversehrtheit des Opfers. Das kann man so und so entscheiden, unser GG verpflichtet zu beidem und eine Abwaegung ist schwierig. Ich wette, eine Mehrheit der Bevoelkerung haette Lafontaine zugestimmt. Natuerlich muessen Prinzipien gelten, aber die Wuerde des Menschen ist immer noch das hoechste Prinzip und man kann dieses uebrigens nach unserem GG auch verwirken. Diese Abwaegung muss jeder fuer sich selbst treffen, den Lafontaine dafuer anzuklagen ist ein wenig billig.

    Die Kommentare von 1998 muss man natuerlich im Licht der damaligen Zeit sehen, und natuerlich machtpolitisch. Er hatte den SPD Kanzler als Parteivorsitzender zu stuetzen und ist spaeter auch aus der Regierung ausgeschieden. Dazu kann man stehen wie man will, aber mit Pauschalkritik macht man es sich etwas zu einfach, es sei denn man sagt, wie es denn anders gegangen waere.

    Und die Linkspartei macht in den Landesparlamenten, was anderes als auf Bundesebene beschlossen? Feine Kritik. Wo werden denn die Makrooekonomischen Entscheidungen getroffen, die darueber bestimmen, was in den Laendern moeglich ist und was nicht? Wo beschliesst man denn Hartz IV etc? Wo weisst man dann ueber Steuergesetzgebung den Laendern die Hoehe ihrer Einnahmen zu? Richtig, im Bund. Und wer hat da noch nicht regiert? Richtig, die Linke. Sollte sie die Bundesregierung mit stellen und dann gegen ihr Programm abstimmen, ist diese Kritik berechtigt. Solange sie aber in Landesparlamenten das verwalten muss, was moeglich ist, sollte man mit Kritik etwas sparsamer sein.

    Ich frage mich eigentlich, wer hier auf einem Rachefeldzug ist. Da ist ein Mann, der bisher seine politischen Ueberzeugungen stets vertreten, obwohl wohlhabend - soziale Politik anstrebend - stets auf einer Linie mit Brands ultima irratio, das in zahlreichen Buechern auch so niedergeschrieben hat. Sogar zurueckgetreten aus Ueberzeugung. Jeden Tag kann man solchen Mist wie Saarkasper lesen, er wird angefeindet, von rechts und wie hier von vermeintlich links. Ich weiss ja nicht, ob man nur aus einem Motiv wie Rache, sich soetwas antut. Dann koennte er ja eigentlich direkt aufhoeren, geschadet hat er der SPD schon genug, der angebliche Rachedurst sollte ja irgendwann gestillt sein. Und wenn dann vermeintlich Linke mit den gleichen Argumenten der Springerpresse ankommen, dann wirds mir uebel.

    Glaubt man im ernst, dass man durch fixe Ideen in einem Blog mit nagut 10.000 Lesern eine Chance gegen den Kapitalismus hat? Wie genau soll denn die sozialistische Welt auf demokratischem Wege errichtet werden, wenn nicht ueber eine Partei? Welche Partei kommt dem denn am naechsten? Ich waere gespannt auf einen hypothetischen Artikel der Frau Ditfurth, in dem sie darlegt, was Sie denn tun wuerde, sollte sie am 28.9. den Vorsitz der Linken erben. Was soll sich denn aendern, was wuerde Sie anders machen? Partei aufloesen und jeder schreibt einen Blog?

    Mit unsinniger Kritik wie dieser hier schadet man nur der bisher einzigen halbwegs linken Partei, die die Chance hat, Aenderungen in die richtige Richtung zu bewirken. Kritik moege doch konstruktiv sein, aber hier, wie so oft, nur billige Hetze gegen einen Mann. (Heisst links eigentlich nicht auch intellektuell, kooperativ und tolerant?)

    Weiter so. Dann klappts auch mit dem kapitalistischen Weltuntergang.

    Beste Gruesse

  47. Doris K.

    30.09.2009 | 02:28

    Ja, wahrscheinlich hat unser bescheuertes Land genau das verdient: diskursunfähige Juttas aus Brandenburg und sog. Linksparteien wie “Die Linke”. Bäh. Zu schweigen von jenen Kombattanten hier, die JuDit indirekt, aber wortreich, empfehlen, doch quasi lieber eine verlogene linke Partei zu unterstützen oder mit zu bilden, als gar keine. Örgs.

  48. Anonymous

    |

    Dipl.